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Wann ist der Einsatz der Herkunftssprachen sinnvoll?

Drei Studierende sitzen in einem Vorlesungssaal. Auf dem Tisch vor ihnen liegen aufgeschlagen ihre Bücher - sie lächeln.

Die Herkunftssprachen der Teilnehmer*innen im Deutschunterricht mit Erwachsenen sind eine wichtige Ressource.

Empirische Studien haben gezeigt, dass der Gebrauch der Herkunftssprachen im Fremdsprachenunterricht vor allem Teilnehmer*innen auf Anfängerniveau motiviert, sich stärker einzubringen. Außerdem ist der Rückgriff auf mehrsprachige Ressourcen im Deutschunterricht mit Erwachsenen eine Form der Wertschätzung vielfältiger Lebenswelten. Welche didaktische Funktion darüber hinaus besteht, soll hier näher beleuchtet werden. 

Im Deutschunterricht setzen sich die Teilnehmer*innen mit verschiedensten Themen und Inhalten aus dem alltäglichen, beruflichen bis hin zum akademischen Leben auseinander. Lebens- und Weltwissen ist sozusagen das Material, mit dem das Sprachhandeln und -wissen aufgebaut wird. Es liegt auf der Hand, dass gerade auf Anfängerniveau der Rückgriff auf die Herkunftssprachen die Kommunikationsfähigkeit unterstützt. Aber wann und wie ist es sinnvoll die Herkunftssprachen einzubeziehen?

Grundsätzlich gilt, dass die Unterrichtssprache im DaZ-Unterricht Deutsch ist. Allerdings gibt es immer wieder Phasen, in denen gezielt die Herkunftssprachen der Teilnehmer*innen genutzt werden. 

Das kann mit einer mehrsprachigen Willkommenskultur im Kurs beginnen, indem alle Begrüßungsformeln in allen Sprachen der Teilnehmer*innen praktiziert werden. Eine weitere Möglichkeit sind Kalender im Kursraum, die die Monatsnamen in den verschiedenen Sprachen enthalten, in die aber auch Feste und Feiertage der Herkunftsländer oder die Geburtstage der Teilnehmer*innen mit den entsprechenden Glückwünschen eingetragen werden.

Auch andere alltagskulturelle Erfahrungen können zu Vergleichen mit den Herkunftsländern herangezogen werden: Umgang mit der Zeit, das Wetter, das Essen. Die Liste ist unendlich. 

Didaktisch relevant sind auch Absprachen der Teilnehmer*innen untereinander zu Aufgabenstellungen und Kursorganisation, die in den Herkunftssprachen erfolgen. Es lohnt sich, dafür Zeit zu lassen und mit der Frage, ob alle wissen, was zu tun ist oder worum es geht, die Phase schließlich zu beenden. Diese Form der Rückversicherung gibt den Teilnehmer*innen eine Art Schutzraum. 

Ebenfalls bietet es sich an, z. B. Kursumfragen in den Herkunftssprachen durchführen zu lassen. Die Präsentation der Ergebnisse geschieht dann auf Deutsch, wobei genügend Zeit zur Erarbeitung der Ergebnispräsentation eingeplant werden muss. Nicht zuletzt dienen Vergleiche mit den Herkunftssprachen immer auch der Sprachreflexion und somit auch dem Sprachbewusstsein. 

 

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