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Visualisierung in der Grammatikvermittlung - Teil 1

Worauf man beim Einsatz von Farben achten sollte.

Visualisierungen unterstützen den Lernprozess nachhaltig, da sie das Gehirn genau an der richtigen Stelle bedienen – sie bieten Verknüpfungen an und erzeugen Emotionen. Es ist allerdings eine große Herausforderung, eine Grammatikregel durch eine Visualisierung so zu präsentieren, dass auf einen Blick das Wesentliche erkennbar ist. Die Visualisierung muss einfach sein und vor allem eindeutig. Sie muss aber auch eingängig, also leicht einprägbar und ansprechend sein, um die Lerner*innen bestenfalls zu motivieren.

Für die Darstellung von Grammatik stehen unterschiedlichste Möglichkeiten visueller Darstellung zur Verfügung. So können drucktechnisch-grafische Mittel, abstrakte Symbole, visuelle Metaphern oder dynamische Symbole, wie Personalisierungen bzw. Situierung von grammatischen Regeln (z.B. lebendiger Satz) genutzt werden.

Schauen wir einmal genauer auf die drucktechnisch-grafischen Mittel. Das sind Hervorhebungen, Gliederungen, Kursiv-oder Fettdruck, das Nutzen von Großbuchstaben, Unterstreichungen, Einrahmungen oder grundsätzlich die Verwendung von Farben.

Letztere werden von vielen Kursleiter*innen gern im Unterricht zur Visualisierung von Grammatik eingesetzt. Allerdings lauern hier einige Fallen. So ist es nicht zielführend, in einer Übersicht (Tafelbild) ein und dieselbe Farbe für verschiedene Effekte zu nutzen, z.B. für eine Kasusendung und anschließend für eine Wortart. Die Herausforderung ist also, eine eindeutige Verbindung zwischen Visualisierung und Regel herzustellen und eben nicht gleiche Markeirungen für verschiedene Phänomene zu nutzen.

Für die Markierung des Kasus haben sich in der Signalgrammatik die Farben rot (feminin), blau (maskulin), grün (neutral) und gelb (Plural) durchgesetzt und dort sollten sie auch bleiben. Für Wortarten oder Satzteile empfiehlt es sich, andere Mittel der Visualisierung zu nutzen, z.B. Unterstreichungen, Einrahmungen oder Symbole. Das können z.B. geometrische Figuren, wie Ovale, Rechtecke oder Kreise sein.

Wie immer gilt auch hier: Weniger ist mehr. Die Hervorhebung durch einen Fettdruck kann nämlich verloren gehen, wenn in der nächsten Zeile schon eine Unterstreichung folgt oder Einrückungen und Umrahmungen. Man sieht dann den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht.

Damit Grammatikübersichten im Deutschunterricht für Erwachsene auf den Punkt kommen, müssen sie also im Vorfeld geplant werden, denn auch die Raumaufteilung auf dem Blatt oder der Tafel (Whiteboard) gilt es, optimal zu nutzen.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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