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Umgang mit sensiblen Themen im Deutschunterricht

EIne Gruppe aus Lernenden und Unterrichtenden sitzen gemeinsam an einem Tisch, vor ihnen liegen ausgebreitete Arbeitsmaterialien.

Sensible Themen können unter Umständen negative Gefühle auslösen und das Lernen behindern.

Was sind sensible Themen? Im Grunde genommen kann alles, was sehr persönlich ist, ein sensibles Thema sein und möglicherweise negative Empfindungen hervorrufen. Im Deutschunterricht mit Erwachsenen kann es immer passieren, dass Teilnehmende über ein bestimmtes Thema nicht sprechen können oder möchten. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es kann mit negativen Erfahrungen aus der eigenen Biografie zu tun haben, mit Schamgefühl, oder auch mit kulturellen oder familiären Tabus. Kursleitende im Unterricht mit Erwachsenen sollten diese Grenzen wahrnehmen und respektieren. 

Vor allem da persönliche Themen häufig auch Themen des Unterrichts sind. Die Familie und die eigene Biografie, die Kindheit, der Beruf, die Gesundheit oder Wünsche für die Zukunft - das alles kommt im Deutschunterricht zur Sprache. Allerdings können dabei auch immer negative Erlebnisse wachgerufen werden. Wie also kann man persönliche Themen im Kurs behandeln, ohne über die sensiblen Punkte einzelner Teilnehmer*innen hinwegzupoltern? 

Es ist sinnvoll, persönliche Themen nicht zwangsläufig an den eigenen Lebensläufen der Teilnehmer*innen bearbeiten zu lassen. Hier kann exemplarisch auch am Beispiel einer Bekannten, Freundin oder Verwandten der Teilnehmer*innen gearbeitet werden. Auch erfundene Personen eigenen sich. Jedes biografische Thema im Kurs lässt sich stellvertretend mit Hilfe fiktiver Personen durchführen. 

Sensible Themen im Unterricht erfordern aber auch eine vertrauensvolle Lernumgebung. Hierbei ist ein positives Gruppenklima das A und O. Wie kann so ein positives Gruppenklima hergestellt werden? Das beginnt schon mit dem Ankommen der Teilnehmer*innen im Kurs. Beispielsweise sorgen Rituale und sogenannte Aufwärmrunden dafür, dass die Teilnehmer*innen umschalten können und sich auf den Kurs einstellen. Außerdem gibt ein ritualisierter Start den Teilnehmer*innen Sicherheit. 

Positives Gruppenklima entsteht aber auch bereits durch die Einstellung der Kursleiter*innen, durch deren eigene Freude am Lernen, der eigenen Neugier und Lust auf die Arbeit mit der Gruppe. Es geht schließlich um eine Atmosphäre, in der sich alle wohlfühlen. Ebenso gehört das gemeinsame Ausprobieren, zusammen etwas tun und erleben in den Alltag der Kurse – Stichwort offene Unterrichtsmetoden. Auch mit regelmäßigem Feedback, also dem Rückkoppeln, ob es z.B. Fragen gibt, ob die Aufgabe schwer oder leicht war, ob es Vorschläge gibt, erreicht man, dass sich die Teilnehmer*innen ernst genommen fühlen. Und nicht zuletzt trägt auch ein angenehm gestalteter Kursraum dazu bei, dass sich Teilnehmer*innen wie auch Kursleiter*innen wohlfühlen. 

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