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Was macht guten Fremdsprachenunterricht aus? I

In und mit der Fremdsprache kommunikativ zu handeln– das ist Ziel und Weg.

Für viele Erwachsene in Integrationskursen ist Deutsch die erste Fremdsprache, die sie erlernen und viele Kursleiter*innen stehen damit vor besonderen Herausforderungen. Ein wichtiger Grund einmal genauer hinzuschauen, was guten Fremdsprachenunterricht eigentlich ausmacht.

Neben den allgemeinen Kriterien guten Unterrichts bedeutet Fremdsprachenunterricht vor allem, den gezielten Erwerb einer neuen Sprache zu ermöglichen. Ein oft anzutreffender Irrglaube ist dabei, dass es reicht, wenn man Deutsch als Muttersprache spricht, um anderen diese Sprache auch beibringen zu können. Aber das allein reicht bei weitem nicht. Um eine Sprache vermitteln zu können, sollte man auch wissen, wie der Erwerb einer Sprache kognitiv abläuft, was also das Gehirn dabei macht, wie die Sprache selbst aufgebaut ist (Grammatik) oder welche Spracherwerbssequenzen sinnvoll sind.

Grammatik und Wortschatz sind natürlich beim Erlernen einer neuen Sprache enorm wichtig. Sie sind sozusagen wie Knochen und Fleisch beim Körper eines Menschen. Damit dieser Körper aber auch lebendig wird, benötigt er ein pulsierendes Herz. Das sind Emotionen, Bewegung, Mimik, Gestik, Lachen - all das, was Menschen ermöglicht, miteinander zu kommunizieren. Das Ziel des Spracherwerbs ist ja genau dies: das kommunikative Handeln in der Fremdsprache zu ermöglichen.


Kommunikatives und soziales Sprachlernen ist also die große Überschrift im Deutschunterricht mit Erwachsenen. Um das zu erreichen, sollten im Unterricht von den Lerner*innen auch Sprachhandlungen anhand von bedeutungsvollen Inhalten vollzogen werden.


Die recht schwierige Gratwanderung zwischen Regelvermittlung (Grammatik) und Anwenden der Regeln (Kommunikation) ist dabei tatsächlich immer wieder eine Herausforderung. Das sture Erklären von Grammatikregeln durch Kursleiter*innen hat sich dabei als wenig zielführend erwiesen - eine Grammatikregel (z. B. Verbstellung in der Ja/Nein-Frage) an eine kommunikative Handlung zu knüpfen, (z.B. persönliches Gespräch: „Haben Sie Kinder?“) dagegen als sehr wertvoll.

 
Für Kursleiter*innen in Deutschkursen bedeutet dies, bei allen Themen und kommunikativen Situationen die z.B. die Lehrbücher anbieten (Einkaufen, Orientierung in der Stadt, Beruf etc.), die notwendigen grammatikalischen Strukturen zu erkennen. So benötigen die Lerner*innen beim Thema Einkaufen z. B. die Zahlen, Preisangaben, W-Fragen, Ja/Nein-Fragen, Aussagesätze oder den Akkusativ. Und weil das niemals alles auf einmal erlernt werden kann, wird je nach Sprachstand der Gruppe immer nur eine Struktur in den Fokus gerückt (Lehrziel), um dann anhand eines so genannten Lernarrangements zu üben. Und zwar etwas, was die Lerner*innen tatsächlich auch im Alltag anwenden können.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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