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Die Rolle des limbischen Systems für das Lernen

Schon lange weiß man, dass das limbische System beim Lernen eine große Rolle spielt.

Ich habe mir das limbische System lange Zeit als eine Art goldgelben Fluss vorgestellt, der umso leuchtender durch den Körper strömt, je mehr Freude wir haben. Welche Rolle das limbische System wirklich beim Lernen spielt, hat u.a. Marion Grein (http://www.mariongrein.com) dargestellt und das soll hier einmal genauer betrachtet werden.

Das limbische System wird auch als das sensorische Register bezeichnet. Es ist dem Kurzzeitgedächtnis vorgeschaltet und fungiert hier als so etwas wie ein Türhüter, der entscheidet, was im Gehirn tatsächlich ankommt. Wenn man sich einen Lernenden im Deutschkurs vorstellt, dann prasseln auf den große Mengen an Informationen ein. Neuroinformatiker gehen davon aus, dass pro Sekunde ca. 11 Millionen Bit an Informationen wahrgenommen werden. Davon erreichen allerdings nur ca. 40 Bit pro Sekunde das Gehirn. Und hier kommt das limbische System ins Spiel, denn als Türwächter entscheidet es, welche Information hereinkommt und welche draußen bleibt.

Das heißt vor der Kopfarbeit steht eine emotionale Entscheidung. 0,1 bis 1 Sekunde vor der rationalen Entscheidung wird hier, im limbischen System selektioniert. Für alle diejenigen, die sich für einen ausgebufften Kopftypen halten, ist diese Erkenntnis vielleicht schwer nachzuvollziehen. Tatsächlich konnte man inzwischen ziemlich genau nachweisen, dass alle Reize, die keine Emotion beim Empfänger auslösen, für das Gehirn wertlos sind.

Und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Lernen heißt ja streng genommen nichts weiter, als das in einem ersten Schritt Informationen das Gehirn erreichen müssen. Und damit sie das können, braucht z.B. der Deutschunterricht mit Erwachsenen Input, dass Emotionen erzeugt. Bleibt nun noch die Frage, was das limbische System mag.

Grundsätzlich werden Informationen mit persönlicher Relevanz total gern genommen. Auch etwas Neues zu entdecken, lässt das limbische System strahlen - Übrigens genau wie Informationen, die etwas bestätigen, was man schon wusste. Das limbische System geht dagegen auf die Barrikaden, wenn etwas verkündet wird, was der Mensch nicht glaubt. Auch wenn Inhalte gelangweilt vorgetragen werden, und wenn nichts Neues versprochen ist, dann macht es dicht und gibt die Information gar nicht erst an die Nachrichtenzentrale (das Gehirn) weiter. Das mag übrigens der Grund sein, warum es passieren kann, dass Lerner*innen ihnen zwar zuhören, aber am Ende nichts mitbekommen haben.

Die Konsequenz für den Unterricht ist eigentlich schon länger bekannt – eine vertrauensvolle Umgebung, in der Lerner*innen Spaß am Lernen haben, sich einbringen können und möglichst viele Wahrnehmungskanäle bedient werden.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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