arrow-down arrow-to-left arrow-to-right arrow-up bc-left check delete download facebook google-plus home map menu print search smiling three-lines top-left twitter youtube

Wie man ein Rollenspiel vorbereitet?

Zwei Männer stehen vor einer Magnettafel; sie schütteln sich lachend die Hand.

Damit Rollenspiele im Deutschunterricht mit Erwachsenen gelingen, müssen ein paar Dinge bei der Vorbereitung beachtet werden. 

Zuerst einmal muss den Lerner*innen bewusst sein, in was für einer Situation sie sich im Rollenspiel befinden werden. Die zu simulierende Situation muss also vorstellbar und authentisch sein. Sie sollte möglichst etwas mit der Lebens- oder Berufswirklichkeit der Lerner*innen zu tun haben. Oder anders gesagt, profitieren die Lerner*innen im Rollenspiel ungemein davon, wenn ein derartiger Bezugsrahmen im Vorfeld hergestellt werden kann. Um die Situation zu veranschaulichen, können unterstützend Bilder eingesetzt werden. Ort und Umgebung der Situation sollten möglichst genau beschrieben werden. „Wie sieht der Ort aus?“ „Wie riecht er?“ „Was hört man?“

Als nächstes muss natürlich klar sein, in welche Rollen die Lerner*innen schlüpfen sollen. Auch hier ist es sehr hilfreich, wenn die Personen möglichst konkret vorgestellt werden. Wie heißen die Personen? Welche Eigenschaften haben sie? Und was haben sie an? Auch hierbei können Bilder unterstützen. Noch besser sind Requisiten. Das kann eine Krawatte für einen Büroangestellten sein, ein Kittel oder ein Stethoskop für medizinisches Personal. Es ist übrigens überhaupt nicht schlimm, wenn das aus dem Spielzeugkasten der Kinder stammt. Die Vorstellung der Charaktere muss nicht lange dauern. Oft genügen schon einige wenige Stichworte, wie ein „gelangweilter Mitarbeiter im Kundendienst“ oder „eine verärgerte Kundin“. 

Ebenfalls im Vorfeld zu klären ist, was die anderen Lerner*innen machen, während das Rollenspiel vorgeführt wird. Zum Warmwerden lohnt es sich, die Lerner*innen in Gruppen spielen zu lassen, wobei mindestens eine Beobachterrolle vergeben wird. Die beobachtende Person gibt nach dem Rollenspiel eine Rückmeldung. Die Kriterien müssen vorher festgelegt werden. Sie sind unbedingt auf das Rollenspiel bezogen, also kommunikative Kriterien, und nicht grammatikbezogen. Zum Beispiel: „War der Kundenberater freundlich?“ „Wurde das Anliegen geklärt?“ oder „Was würden Sie anders machen?“

Die Rollenkarten selbst müssen Informationen zu den Personen und den Argumenten enthalten. Letztere sind vor allem bei niedrigeren Sprachniveaus sehr wichtig. Schön ist, wenn die Rollenkarten Lücken erzeugen und Missverständnisse entstehen, so dass die Lerner*innen Lösungen aushandeln müssen. Dabei ist das Prinzip der lückenhaften Information wichtig. Weitere Infos finden Sie auch hier.

Weiterempfehlen: