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Mündliche Interaktion

Miteinander-Sprechen ist mehr als korrekte Antworten auf Fragen zu geben.

Dialogische Gesprächssituationen unterliegen eigenen Gesetzmäßigkeiten. So ist das Miteinander-Sprechen stark vom Prinzip der Kooperation geprägt. Den beteiligten Gesprächspartner*innen liegt dabei das Gelingen des Gesprächs am Herzen. Bei sämtlichen Formen der mündlichen Interaktion sind die Sprecher*innen außerdem abwechselnd als Sprechende und Hörende gefordert. Das bedeutet, das sowohl produktive wie rezeptive Strategien zum Tragen kommen.

Außerdem spielen verschiedene kognitive und kooperative Strategien eine nicht unwesentliche Rolle. Zu den kooperativen Strategien gehört u.a. das Ausagieren des Sprecherwechsel, indem zum Beispiel das Wort übergeben oder übernommen wird, indem nachfragt oder eine Vergewisserung eingeholt wird. Sie beinhalten aber auch, dass sich Sprecher*innen auf ein Thema einigen, Lösungen vorschlagen oder diese abwägen, ebenso wie die ganze Bandbreite von Konfliktvermittlung.
Was heißt das für Deutschunterricht mit Erwachsenen? Zuerst einmal, dass man mündliche Interaktion nicht trainieren kann, indem die Lerner*innen Dialoge schreiben.

Der GER fasst unter dem Aspekt mündliche Interaktion Kompetenzen wie Konversation, informelle und formelle Diskussion, Informationsaustausch und muttersprachliche Gesprächspartner*innen verstehen zusammen. Beispiele für solche interaktiven Sprechanlässe im Alltag sind zwanglose Unterhaltungen, Interviews und Verhandlungen, das gemeinsame Planen bis hin zu zielorientierter Zusammenarbeit und Dienstleistungsgesprächen.

Auf der Niveaustufe B1 sollen Sprecher*innen demnach in der Lage sein, Informationen auszutauschen, zu prüfen und zu bestätigen. Außerdem sollen sie ein Gespräch oder eine Diskussion aufrechterhalten können, auch wenn sie dabei möglicherweise manchmal schwer zu verstehen sind. Nämlich dann, wenn sie versuchen, etwas genau auszudrücken. Auch die Kompetenz, soziale Kontakte durch Begrüßung, Abschied, Sich-Vorstellen und Danken herzustellen gehört ebenso dazu wie die Fähigkeit, Gesprächspartner zu bitten, etwas zu wiederholen oder anders zu formulieren.

Das alles lässt sich am besten durch möglichst authentische Sprechanlässe im Deutschunterricht trainieren. Man nehme also eine Situation (die Gesprächspartner*innen sind Nachbarn) und eine Aufgabe (die/den Nachbar*in bitten, die Blumen zu gießen), wobei ein „kleines Problem“ eingeplant werden kann (die/der Nachbar*in will selbst verreisen) – und schon sind die Lerner*innen mittendrin im Interagieren.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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