arrow-down arrow-to-left arrow-to-right arrow-up bc-left check delete download facebook google-plus home map menu print search smiling three-lines top-left twitter youtube

Fremdsprachenlernen im Alltag

Ein Lehrer steht neben zwei am Tisch sitzenden, lächelnden Lerner*innen. Sie bearbeiten Arbeitsmaterialien.

So können gesteuerter und ungesteuerter Spracherwerb Hand in Hand gehen.

Viele Wege führen nach Rom. Das gilt auch für das Erlernen der deutschen Sprache. So kann der Erwerb einer Fremdsprache gesteuert oder ungesteuert erfolgen. Ungesteuerter Spracherwerb findet dann statt, wenn Personen beispielsweise die deutsche Sprache ohne Unterricht erwerben. Das passiert dann im Alltag, indem gängige kommunikative Situationen wie Einkaufen, Bestellen im Restaurant, nach dem Weg fragen, gemeistert werden. Mit Händen und Füßen, wenn es sein muss. Floskelhafte Redemittel werden dabei imitativ verwendet. 

Vom gesteuerten Spracherwerb spricht man dagegen, wenn die deutsche Sprache im Unterricht erlernt wird. Hier kommen also Kursleiter*innen ins Spiel, die die Sprache mit Hilfe gängiger Methoden vermitteln und im Kurs trainieren lassen. Wird die Zielsprache im Zielland erlernt, kommt ein großer Vorteil zum Tragen: Denn hier findet der ungesteuerte Spracherwerb außerhalb des Kursraumes parallel zum gesteuerten Spracherwerb im Kurs statt. Das heißt der Alltag außerhalb des Kursraumes wird ebenfalls zum Lernanlass. Und das sollte nicht nur den Kursleiter*innen, sondern auch den Teilnehmer*innen bewusst sein. 

Wie kann diese Verzahnung von ungesteuertem und gesteuertem Spracherwerb erfolgen? Zum einen kann der Alltag in den Kursraum geholt werden. Das geschieht unterer anderem durch den Einsatz von authentischen Materialien. Besonders nachhaltig wird das, wenn die Teilnehmer*innen diese Materialien selbst mitbringen. Das können Briefe und Formulare sein, Kassenbons, Werbeprospekte, Fotos von Türschildern usw. 

Zum anderen kann auch die unmittelbare Umgebung des Wohn- und Kursortes der Teilnehmer*innen einen wichtigen Lernort ausmachen. Hier bewältigen sie den Alltag, bewegen sich in ihrem Wohnort oder nutzen Angebote der Wohnumgebung. An dieser Stelle wird besonders deutlich, warum teilnehmer*innenorienter Unterricht lern- und motivationsfördernd ist. Die Teilnehmer*innen werden durch den Sprachunterricht auf kommunikative Situationen im Alltag vorbereitet. Sie erlernen im Unterricht also die kommunikativen Mittel, die sie im Alltag tatsächlich anwenden möchten und müssen. 

Das Lernen kann aber auch explizit nach außen verlagert werden. Hierzu eigenen sich Aufgaben wie z. B. den Busfahrplan, der an der Bushaltestelle aushängt, ansehen, den Lagenplan des Kaufhauses oder die Öffnungszeiten des Arztes checken usw. Hierhin gehören aber auch Exkursionen oder Ausflüge in die Umgebung, zu Vereinen Märkte, Cafés, Restaurants, Museen, Bibliotheken oder Parks, die bestenfalls im Kurs gemeinsam vor- und nachbereitet werden. 

Weiterempfehlen: