arrow-down arrow-to-left arrow-to-right arrow-up bc-left check delete download facebook google-plus home map menu print search smiling three-lines top-left twitter youtube

Die produktiven Fertigkeiten

Sprechen und Schreiben unter der Lupe.

Das ausgewogene Training aller vier Grundfertigkeiten Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben sind ein wesentlicher Baustein des Deutschunterrichts mit Erwachsenen. Mit dem Begriff Fertigkeit werden im Kontext des Fremdsprachenunterrichts vor allem die Kompetenzen, Kenntnisse und Erfahrungen der Lerner*innen beschrieben (Dahlhaus 2013).

Die produktiven Fertigkeiten Sprechen und Schreiben sind, wie der Name schon sagt, eng mit dem Prozess der Produktion verbunden. Sie zielen also darauf ab, dass Lerner*innen die Kompetenzen zum aktiven Erzeugen von „Sprachmaterial“ erwerben. Und das gleichermaßen im Bereich der mündlichen wie der schriftlichen Äußerungen. 

Allerdings ist es zu kurz gedacht, die produktiven Fertigkeiten als aktive Prozesse und im Gegensatz dazu die rezeptiven als passive Prozesse zu denken. Auch bei den rezeptiven Fertigkeiten wird von den Lerner*innen ein hoher (lern)aktiver Part übernommen.

Um das Sprechen und Schreiben in der Fremdsprache zu realisieren, müssen die Lerner*innen in der Lage sein, ihre Äußerungen auf der pragmatisch- situativen Ebene bis hin zur Laut- bzw. Buchstabenebene detailliert zu planen und schließlich sprech- bzw. graphomotorisch zu realisieren. (Storch 2009) Das stellt sehr hohe Anforderungen an Fremdsprachenlernende. Die dafür notwendigen Strukturen werden im Unterricht oftmals durch das Hören und Lesen, also die rezeptiven Fertigkeiten, gewonnen.

Die produktiven Fertigkeiten werden in der Regel als schwieriger eingestuft, da hier mehr aktive Spracharbeit geleistet werden muss. Außerdem sind Sprechen und Schreiben streng genommen zwei verschiedene Sprachen.  

Sprechen wird oft als die Hauptfertigkeit definiert. Die gesprochene Sprache ist spontan und weniger formbezogen. Das Erreichen des kommunikativen Ziels ist hierbei wichtiger als die formale Korrektheit. Außerdem nehmen nonverbale Elemente eine wichtige kommunikationsunterstützende Rolle ein. Schreiben ist ein langsamerer Prozess als das Sprechen. Dafür ist aber auch durch eine größere Komplexität gekennzeichnet. Die sprachliche Korrektheit nimmt hier einen größeren Stellenwert ein.  

Der wesentliche Unterschied zwischen beiden ist vielleicht aber der, dass das Sprechen durchaus auch ungesteuert erworben werden kann, während das Schreiben in gesteuerten Lernprozessen erlernt werden. Wie übrigens auch das Lesen.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

< zurück

Weiterempfehlen: