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Juli 2019

Woher wir wissen, ob es klappt – Evaluieren I

Evaluierungen finden fast überall statt – aber brauchen wir sie auch beim Unterrichten?

Der Begriff Evaluation oder auch Evaluierung stammt vom lateinischen „valere“ ab, was „stark“ oder etwas „wert sein“ bedeutet und ist über das Englische in den deutschen Sprachgebrauch gekommen. 

Im Bildungsbereich bezeichnet der Begriff Evaluieren das Erfassen und Bewerten von Prozessen und Ergebnissen und geht damit auch über den eigentlichen Unterricht hinaus. Denn evaluiert werden auch ganze Bildungskonzepte, Curricula oder Bildungseinrichtungen und Institutionen.

Ziel ist dabei immer die Kontrolle der Wirksamkeit von Maßnahmen, Konzepten und/oder institutionellen Rahmenbedingungen, wie auch die Steuerung von Bildungsprozessen und deren Reflexion. Man kann beim Evaluieren also rückwirkend auf die Wirkung schauen, ob z.B. eine bestimmte Maßnahme den angestrebten Erfolg gezeigt hat. Man kann damit aber durchaus auch vorausschauend steuern, z.B. mit der Fragestellung wie die Fortsetzung des Kurses gestaltet werden muss, um die Lernenden optimal zu fördern. Nicht zuletzt sind Evaluationen ein wichtiges Element der Reflexion von didaktischen Situationen, Prozessen und greifen ebenso bei Problemlösungen.

Damit gehört die Fähigkeit der Evaluation unbedingt auch in den Handwerkskoffer von Kursleitenden, denn ohne regelmäßiges Abgleichen und Nachsteuern sind Lernprozesse wenig erfolgreich. Das mag im ersten Moment abschreckend klingen und bei einigen die Frage: „Was soll ich denn noch alles machen“, auslösen. Aber runtergebrochen auf den Unterricht wird Vieles, was methodisch zum Evaluieren benötigt wird, bereits in den Lehrwerken angeboten.
Schauen wir es uns noch einmal im Detail an. Um zu evaluieren, benötigen wir organisiert erhobene Daten, die systematisch dokumentiert werden. Damit ist der Grundbaustein gelegt, der die Untersuchung, das Vorgehen und die Ergebnisse nachvollziehbar und vergleichbar macht.

Außerdem benötigen wir im Vorfeld definierte Soll-Werte, einfacher ausgedrückt die Ziele, um diese mit dem Ist-Zustand abgleichen zu können. Wieder einmal wird deutlich, wie wichtig das Formulieren des Lernzieles für die Kurseinheit ist. Steht das Ziel, kann problemlos auf verschiedenen Wegen geprüft und beobachtet werden, ob die Lernenden das Ziel erreicht haben und ob die Methoden und didaktischen Ansätze greifen.

Gängige Methoden zur Datengewinnung und Datenverarbeitung sind Beobachtungsmethoden, Monitoring, Experimente, Fallstudien, Fragebögen, Interviews oder auch qualitative wie quantitative Forschungen und statistische Methoden. Das meiste davon kann problemlos im Kursverlauf angewandt werden. Tests und Leistungskontrollen könnten noch ergänzend formuliert werden.

Grundsätzlich gilt, dass zum Evaluieren immer die Neugier auf das Ergebnis gehört. Denn nur wer neugierig ist, wird auch vom Erkenntnisgewinn getragen und hat die nötige Objektivität.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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