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{03} 2018

Wie plane ich meine Unterrichtsstunde?

Jede Stunde hat den gleichen Aufbau: Einstiegsphase, Arbeitsteil und Schluss. Der Trick bei der Planung ist, mit dem Ende zu beginnen. 

Bevor die Feinplanung des Unterrichts beginnen kann, ist die wichtigste Frage, wo man am Ende der Stunde sein möchte. Oder andersrum: was die Teilnehmenden am Ende der Stunde im Gepäck haben sollten. Nehmen wir beispielsweise die Dativergänzung als Grammatikthema.

Nach der Zieldefinition für die Stunde folgt das Reflektieren darüber, wofür dieses Ziel wichtig ist. Wofür ist also die Dativergänzung für die Teilnehmenden relevant? Beispielsweise um jemandem zum Geburtstag zu gratulieren und auszudrücken, wem man etwas schenken möchte. Die nächste Fragestellung bezieht sich darauf, wie das Interesse und die Neugier der Teilnehmenden geweckt werden können. Hier gilt, dass Inhalt und Thema mit der Lebenswirklichkeit der Teilnehmenden zu tun haben sollten. Am Schluss steht die Frage, was die Teilnehmenden am Ende der Stunde konkret und messbar können sollten.

Die Lernziele für den Deutschunterricht sind im Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen detailliert beschrieben und in den Lehrwerken wieder aufgegriffen. Es reicht also aus, sich mit dem Lernziel der jeweiligen Lektion vertraut zu machen. 

Nachdem das Stundenziel genau beleuchtet ist, kann es an die Planung der Arbeitsphase, des Hauptteils der Stunde, gehen. Hier zählen die Prämissen vom Einfachen zum Schweren und vom Bekannten zum Neuen. Die einzelnen Etappen sollten aufeinander aufbauen und Wiederholung ermöglichen. Das Training der Fertigkeiten (Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben) sollten in ausgewogenem Verhältnis stehen und sich abwechseln. 

Außerdem ist es für erwachsene Lerner wichtig, die Sinnhaftigkeit des jeweiligen Prozesses zu erkennen. Transparenz der Ziele und Methoden ist daher in den Kursen äußerst wichtig. Erst ganz zum Schluss wird die Einstiegsphase geplant. 

Trotz akribischer Vorbereitung kann es im Kursverlauf passieren, dass die Umsetzung nicht funktioniert. Das kann verschiedene Ursachen haben (die Gruppe, die Tagesform, die Planung oder der Kursleitende selbst). Die richtige Antwort darauf ist die Nachbereitung und Analyse des eigenen Unterrichts. 

Auch hier gilt es, transparent zu agieren. Fehler, auch die eigenen, deutlich machen und in der Gruppe besprechen, gehört in einen sinnvollen Lernprozess. 

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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