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Mai 2020

Wie man Sprachvermittlung an berufliche Orientierung knüpft

Die Bedeutung von Handlungsfeldern in Berufsorientierenden Sprachkursen (BSK)

Sprachliche Handlungsfähigkeit ist seit dem Erscheinen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) in 2001 das vorrangige Ziel in Sprachkursen. Wenn man sich die Zielformulierungen im GER einmal auf der Zunge zergehen lässt, fällt besonders die Formulierung auf, dass er umfassend beschreibt, was Lernende zu tun lernen müssen, um eine Sprache für kommunikative Zwecke zu benutzen.

Die Idee ist also, dass der Spracherwerb den Zugang zu sprachlichen Handlungen darstellt, was automatisch bedeutet, dass z. B. die Syntax erst dann lernenswert ist, wenn die Lernenden damit ihre kommunikativen Handlungsziele erreichen können.

Auch im BSK gilt es, diese Handlungsfähigkeit durch Sprache herzustellen. Die besondere Herausforderung im BSK ist, die Lernenden dazu befähigen, berufliche Handlungen in berufstypischen Situationen zu meistern und das in einem breiten Feld von berufstypischen Themen und Situationen.

Will man Sprachvermittlung und berufliche Orientierung praktisch in einem Abwasch erledigen, ist ein besonderes methodisches Vorgehen notwendig. Dabei ist es unabdingbar, die Vermittlung der Sprache an ganz typische Sprachhandlungen, die im beruflichen Umfeld vorkommen, zu knüpfen, was bei der Vielzahl an Berufen, die es gibt, eigentlich unmöglich erscheint. Der Trick ist,
nach dem gemeinsamen Nenner zu schauen. Das bedeutet herauszufinden, welche sprachlichen Anforderungen in möglichst vielen Berufen vorkommen.

Dazu gehören z. B. Produktübergaben, die in der Gastronomie ebenso stattfinden, wie in Autowerkstätten oder im Anwaltsbüro. Auch Lernsituationen am Arbeitsplatz oder die Kommunikation mit externen Akteuren, wie Kunden, Patienten, Klienten sind in vielen Berufen ein Muss.

Für einen BSK Basiskurs B2 sind die Handlungsfelder im BAMF-Konzept beschrieben. Auf dieser Niveaustufe geht es dabei um die Kommunikation am Arbeitsplatz, also Gesprächsführung, Ergebnissicherung und Kooperation im Betrieb. Aber auch um das Thema Arbeitssuche auf dem örtlichen und regionalen Arbeitsmarkt. Auch Rechtliches auf das Arbeitsverhältnis bezogen, ist hier ein Thema, wobei es um die Sozialversicherung, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz oder um die Gehaltsabrechnung geht.
Wenn man nun einmal genauer hinschaut, welches sprachliche Material dafür nötig ist, so fällt auf, das Vieles davon auch in allgemeinsprachlichen Lebensbereichen angewandt werden kann und muss. Das heißt, die Handlungsfelder im Beruf knüpfen immer auch an allgemeinsprachliches Können an und dieser Brückenschlag macht es möglich, Sprachvermittlung und berufliche Orientierung zu verbinden.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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