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September 2017

Wie geht man mit Konflikten im Kursraum um?

Rahmenbedingungen schaffen, die Konflikte vermeiden

Konflikte sind wie Tiefwetterlagen: Grollend ruhen sie über der Gruppe, brauen sich wie ein Gewitter zusammen und irgendwann knallt es. Das ist eigentlich nichts Verwunderliches, denn überall wo Menschen interagieren, stehen sich unterschiedliche Interessen gegenüber. Schwierigkeiten durch die bestehenden Strukturen oder einfach die Unterschiedlichkeit der Personen können Auseinandersetzungen hervorrufen.

Der Umgang mit Konflikten ist eine sehr sensible Angelegenheit, vor allem wenn unausgesprochene Konflikte sich zugespitzt haben. Man spricht dann von einer Eskalation und Kursleitende sind in der Regel damit überfordert. Ist ein Konflikt also in der heißen Phase angekommen, dort, wo es nicht mehr um die Sache, sondern nur um das Prinzip geht, ist es angezeigt, externe Personen zur Lösung des Konfliktes hinzu zu holen.

Für die Kurssituation ist es also von großer Bedeutung, bereits in der latenten Phase dafür zu sorgen, das Konflikte gar nicht erst ausbrechen. Hierfür müssen bestimmte Rahmenbedingung geschaffen werden. Klare Regeln, an die sich alle halten müssen, stehen an erster Stelle sowie eine offene Gesprächskultur mit angemessener Kritik wie auch Lob.

Den anderen aussprechen lassen, hat oberste Priorität und muss in der Gruppensituation, wenn alle gerade emotional dabei sind und zu Wort kommen wollen, moderiert werden. Das läuft über Handmeldung durch die Teilnehmenden sowie ein kurzes Nicken durch den Kursleitenden („Ich habe dich gesehen.“). Der Moderator (Kursleitende) erteilt das Wort und gegebenenfalls, wenn der Teilnehmende nicht allein zu Ende kommt, muss das Wort mit Hinweis auf andere Beiträge auch genommen werden. Haben die Teilnehmenden erfahren, dass sie alle an die Reihe kommen, das sie immer wieder etwas sagen können, so lange bis alles ausgesprochen ist, klappen diese Gruppendiskussionen sehr gut.

Wichtig ist, das die Ursachen für Konflikte gefunden und ausgesprochen werden, um schließlich gemeinsam nach Lösungen und Handlungsmöglichkeiten suchen zu können. Mit der Lösung müssen als Betroffenen einverstanden sein. Es ist sehr hilfreich nach solchen Prozessen auch neue Regeln für die Gruppe zu finden, die festgehalten werden und für alle sichtbar im Raum hängen, so dass regelmäßig geprüft werden kann, ob diese Regeln immer noch funktionieren.

Konflikte sind zwar sehr spannungsreiche Momente, aber sie bergen auch die Möglichkeit, unbefriedigende Situationen zu verändern. Regelmäßiges Feedback ist übrigens eine Möglichkeit, schnell die Stimmungslage im Kurs zu erfassen und wenn nötig darauf zu reagieren.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

Bild: (c) Fotolia, bonkphoto

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