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Januar 2018

Was tun, wenn die Motivation im Keller ist?

Das Thema Motivation ist ein Dauerbrenner in DaZ-Kursen.

Jeder Kursleitende kennt Teilnehmende, die ihre Stunden einfach nur absitzen, häufig fehlen, zu Hause nicht üben usw. Dabei ist allen bewusst, dass mit ausreichender Motivation auch Lernerfolge erzielt werden. 

Nun ist aber das Thema Motivation gar nicht so leicht abzuhandeln. Umgangssprachlich wird Motivation häufig mit Antrieb, Anreiz, Ansporn, Interesse oder auch Lust an etwas übersetzt. Übereinstimmend bei alldem ist: Motivation beinhaltet all die Gründe eines Menschen, das zu tun, was er tut. Die Motivation also bestimmt das Streben eines jeden Einzelnen und hängt somit auch von den individuellen Zielen ab.

Das schwierigste für Lehrkräfte ist wohl, zu akzeptieren, dass selbst der perfekt geplante Unterricht für die Katz ist, wenn die Teilnehmenden selbst „nicht lernen wollen“. Intrinsische Motivation ist das Schlagwort – die von innen herauskommende Motivation. Als Kursleitender kann man maximal die extrinsische Motivation, das von außen kommende, beeinflussen.

Für beide Fälle gilt, ob von außen oder innen: Motivation ist kein Selbstläufer. Sie ist vergänglich. Und würden wir sie uns als Lebewesen vorstellen, wäre sie hochgradig sensibel, würde schnell einschnapen und dann erst mal im Keller verschwinden. Aber sie wäre auch bestechlich und würde wie ein Kind auf Belohnungen reagieren.

Das kann man sich im Unterrichtsgeschehen zu Nutze machen. Stress und Überforderung beispielsweise sind Motivationskiller. Sieht man sich einer müden und lustlosen Gruppe gegenüber, könnte das durchaus ein Zeichen dafür sein, dass man mit seinen Themen und Inhalten an der Gruppe vorbei arbeitet. Hier ist erst einmal ein Situationscheck angeraten (siehe Fragetechniken).

Ziele sind ein weiteres Stichwort im Zusammenhang mit Motivation. Kleinschrittige, erreichbare, transparente Ziele, die, wenn man sie geschafft hat, belohnt werden möchten. Auch wenn es uns hin und wieder überrascht, aber ein Smiley unter einer gelungenen Übung wirkt äußerst motivierend. 

Durchhänger sind normal – auch als Kursleitender kommt man hin und wieder in Motivationslöcher. Niemand kann rund um die Uhr auf Hochtouren und in voller Leistung laufen. Darum ist es sinnvoll, der Gruppe Pausen zu gestatten (Vom Sinn der Pause). Frischluft und Bewegung wirken wahre Wunder. Und für ganz miese Tage kann man gute Laune auch von außen nach innen Lächeln. Dies wurde übrigens wissenschaftlich bestätigt – Lächeln verändert den Chemiecocktail. Probieren Sie doch einmal eine Lächelpause in Ihrem Kurs.

Bleibt die Motivation trotz Abwechslung, Pausen und Belohnung bei einzelnen Teilnehmenden im Keller, kann das persönliche, gesundheitliche oder strukturelle Gründe haben. Persönliche Gespräche (Teilnehmerberatung) sind hier nötig. 

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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