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April 2018

Was sind Übungen und wofür braucht man sie?

Bereits seit der Antike gilt die Übung als wesentlicher Bestandteil des Lernens. 

Von Aristoteles stammt der kluge Spruch: „Denn das, was wir tun müssen, nachdem wir es gelernt haben, das lernen wir, indem wir es tun. So wird man durch Bauen ein Baumeister und durch Zitherspielen ein Zitherspieler.“

Eine Übung, in Abgrenzung zur Aufgabe, zielt auf methodisch wiederholtes Handeln. Es geht darum, Können zu bewahren, zu erwerben und/oder zu steigern. Kurz gesagt, etwas soll besser beherrscht werden (Vokabeln z.B.).

Das Merkmal einer Übung ist die Wiederholung. Im Deutschen kennen wir das Sprichwort: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom: hört man damit auf, fällt man zurück“. Das heißt Stetigkeit und Dauerhaftigkeit machen sinnvolles Üben aus. 

In der Neurodidaktik geht man vereinfacht gesagt davon aus, dass an den Schaltstellen der Nervenzellen feste Verbindungen nur dann entstehen können, wenn diese mehrfach aktiviert werden. Am besten kann man das an Bewegungen verdeutlichen: Um einen bestimmten Tanzschritt ausführen zu können, muss man ihn mehrmals richtig getanzt haben. Aber nicht nur Bewegungabläufe, auch Gedächtnisinhalte werden durch Übungen gefestigt wie Tanzschritte (Körperschemata). 

Es gibt verschiedene Formen von Übungen, die alle je nach Lernziel und Persönlichkeit des Lernenden ihre Berechtigung haben. So ist das mechanische Üben die reine Wiederholung von ähnlichen Aufgaben bis die Muster beherrscht werden (z.B. Ja-/Nein-Fragen in den unterschiedlichsten Kontexten und Zeitformen).

Das Durcharbeiten hat zum Ziel, das Wissen zu generalisieren, damit es in neuen Situationen angewendet werden kann. Es funktioniert im variantenreichen Durchdenken und Durchdringen eines Phänomens, mit dem Ziel, komplexe Inhalte sinnvoll zu strukturieren. Diese Übungsmethode erfordert eine hohe Selbstlernkompetenz.

Das intelligente Üben ist mit der kommunikativen Wende in unseren Unterricht gekommen und verbindet mechanisches Üben mit teilnehmerorientierter und handlungsorientierter Anwendung (Stichwort Kontextualisierung).

Schließlich gibt es noch die Form des mentalen Übens. Sportler beispielsweise erlernen Bewegungsabläufe, indem sie sie in allen Einzelheiten ausschließlich im Kopf durchspielen. (Das klappt auch mit dem Tanzschritt.) 

Vor dem Erfolg steht der steinige Weg  –  und so gehören Scheitern, Fehler und Enttäuschung in den Übungsverlauf. Kindern gelingt das viel organischer. Die Frustrationstoleranz, wenn etwas beim ersten, zweiten oder dritten Mal nicht klappt, ist wesentlich geringer als bei Erwachsenen. Der positive Umgang mit Fehlern und Misserfolg ist in der Erwachsenenpädagogik daher oftmals Bestandteil des Lern- und Übungsprozesses. 

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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