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Januar 2018

Was macht gute Lehrer aus?

Erkenntnisse der Hatti-Studie 

Ein Meilenstein in der empirischen Bildungsforschung ist die Studie von John Hatti:„Lernen sichtbar machen“.

Hatti wertete für diese Studie in 15-jähriger Arbeit über 800 Meta-Analysen aus dem Bereich der englischsprachigen Erziehungswissenschaften aus. Es ist eine immense Arbeit, die über 40 Jahre Bildungsstudien zusammenfasst. Die Kernaussage der Studie wurde oft etwas verkürzt mit „Auf den Lehrer kommt es an“ wiedergegeben. Was das eigentlich bedeutet, soll mit Hinblick auf die Erwachsenendidaktik im DaZ/DaF-Bereich beleuchtet werden. Für erfolgreiche Bildung kommt es, laut Hatti-Studie, nicht einfach nur auf den Lehrer an, sondern auf die Haltung der Lehrperson. Das ist ein großer Unterschied. Ein erfolgreicher (DaZ/DaF-) Lehrer ist einer, bei dem Fachkompetenz, pädagogische Kompetenz sowie didaktische Kompetenz zusammenspielen. 

Hatti spricht von einem „Expertenlehrer“ und meint damit keinen lediglich mit Fachwissen ausgestatteten Lehrer, sondern denjenigen, dem es gelingt mit den Teilnehmenden (Schülern) in den Dialog zu treten. Das Handeln einer solchen Lehrperson ist durch Fürsorge, Kontrolle und Klarheit gekennzeichnet. Der Unterricht bietet Herausforderungen für die Teilnehmenden und keine fertigen Lösungen. Leidenschaft ist das Stichwort – ein leidenschaftlicher Lehrer, der es schafft, dass der sprichwörtliche Funke überspringt, ist das Geheimrezept erfolgreicher Bildungsarbeit. So regen die Aufgaben, die ein Expertenlehrer stellt, zur Anwendung des erworbenen Wissens an. Ihm gelingt es, die Teilnehmenden praktisch anzuschubsen, das bereits Gelernte auf bisher unbekannte Sachverhalte zu übertragen, selbst auf Spurensuche zu gehen, neugierig zu sein oder zu werden. 

Nicht-Experten beschränken sich dagegen häufig auf Aufgaben, in denen das Erlernte lediglich wiedergegeben werden muss. „Kenne deinen Einfluss!” wird durch die Hatti-Studie zu einem Schlüsselsatz und meint, dass erfolgreiche Lehrpersonen nach der Wirkung des eigenen Handelns fragen und dafür entsprechende „empirische” Belege suchen. In diesem Prozess ist der Dialog zwischen Kursleitenden und Teilnehmenden (Lehrer – Schüler) ein enorm wichtiges Element. Feedback sowie das Bewusstsein, dass Fehler (auch auf Seiten der Kursleitenden) keine Schande sind, sondern wichtige Informationen auf dem Weg in einen gelingenden Lernprozess, sind wie die Barometer des Kursgeschehens. Unterricht ist keine Einbahnstraße, sondern ein intensiver Dialog zwischen Lernenden und Kursleitenden.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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