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Januar 2020

Was ist neu im Begleitband zum GER

Ganz frisch ist der Begleitband zum GER erschienen.

Im neuen Begleitband zum Europäischen Referenzrahmen (GER) geht es im Wesentlichen um eine Erweiterung in Richtung plurilinguale und plurikulturelle Kompetenzen, Mediation sowie Online-Interaktion. Was das für den Unterricht heißt, sollte man sich genauer anschauen.

Der wesentliche Paradigmenwechsel von einem reinen inputbasierten Sprachunterricht hin zur Outputorientierung auf Seiten der Lernenden wurde bereits 2001 im Referenzrahmen festgezurrt. Mit der Ausformulierung neuer Kompetenzskalen für den Bereich der Mediation und Online-Kommunikation wird der GER nun eigentlich lediglich ergänzt und vertieft.

Plurilinguale und plurikulturelle Kompetenzen stellen Sprachen und Kulturen als wesentliche Ressourcen in den Mittelpunkt. Ziel ist, das Lernende ihre Sprachkompetenz und ihr Wissen über Sprache sowie ihre interkulturelle Kompetenz im Kontakt mit Fremdsprachen ausbauen.

Mediation steht im Begleitband nun neu als gleichberechtigte sprachliche Aktivität neben den anderen drei Aktivitäten der Rezeption, Produktion und der Interaktion. Der Schwerpunkt Mediation bedeutet zum Beispiel, dass Inhalte einer Person, die etwas aufgrund von sprachlichen Problemen nicht versteht, durch ein andere Person vermittelt werden.

Ein Beispiel für eine Kann-Beschreibung für A2 lautet: Kann die Informationen klar strukturierter, kurzer einfacher Texte, die durch Bilder oder Grafiken unterstützt werden, in einfachen Sätzen mündlich wiedergeben. Oder: Kann mündlich spezifische relevante Informationen wiedergeben, die in kurzen, einfachen Texten Beschriftungen und Notizen zu vertrauten Themen enthalten sind.

Im Unterschied zum Übersetzen und Dolmetschen geht es dabei also nicht darum, wortgetreu zu übertragen. Meditation heißt, dass die Inhalte für den Empfänger angepasst werden, so dass dieser sie dann auch verstehen und verarbeiten kann. Es erfolgt hierbei also eine Art Umwandlung von Sprache und gegebenenfalls einfach nur mit Hilfe von Beispielen. Diese Vermittlung kann übrigens auf Deutsch oder in einer anderen gemeinsamen Sprache der Gesprächspartner oder -partnerinnen erfolgen.

Mediation kann auch das Anleiten von Gruppenarbeit beinhalten sowie das Vermitteln bei Diskussionen oder Konflikten, womit auch relevante Fertigkeiten für Beruf und Ausbildung abgedeckt sind. Vor allem auf den höheren Sprachniveaus sind hierbei auch mehr und mehr Strategien und Wissen um geläufige Kommunikationsweisen sowie die Gruppendynamik gefragt.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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