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September 2020

Was ist los mit der Konzentration?

Dauerhafte Konzentration ist nicht möglich. Was heißt das für den Deutschunterricht mir Erwachsenen?

Konzentration könnte man salopp als ein lang andauerndes Aufrechterhalten eines gewissen Aufmerksamkeitsniveaus beschreiben, also als eine Art willentliche Fokussierung auf etwas. Auch die aus dem Lateinischen stammende Herkunft des Wortes concentra lässt sich mit „zusammen zum Mittelpunkt“ (von etwas) übersetzen.
Konzentration gehört zum Lernen wie das Salz in die Suppe. Nur ist andauerndes Konzentrieren nicht nur anstrengend, sondern auch schlichtweg unmöglich. Das Gehirn macht schlapp, könnte man denken. Sieht man genauer hin, erkennt man, dass es sich nach einer Spanne von 30 bis 90 Minuten einfach etwas Neues sucht.

Wie lang die individuelle Konzentrationsspanne letztendlich wirklich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ganz weit vorn liegt der emotionale Zustand. Ist hier alles im Lot, fällt es leichter, sich zu konzentrieren und demnach zu lernen. Hunger, Müdigkeit, zu kalt, zu warm – alles, was den physischen Zustand angeht, gehört ebenso zu den Einflussgrößen auf die Konzentration. Mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßiger Bewegung kann man bereits für etliche Pluspunkte im Aufmerksamkeitslevel sorgen. Eine Größe, die man selbst dagegen oft wenig beeinflussen kann, sind die Außenreize, zum Beispiel die Bedingungen in den Lernräumen, der Geräuschpegel (im Raum oder draußen: Straßenlärm, Baustellen) oder die Lichtverhältnisse.

Wann der Punkt überschritten ist, und die Konzentration der Lernenden nachlässt, kann man im Unterricht recht gut beobachten. Spätestens, wenn die Lernenden gähnen, körperliche Unruhe eintritt oder die Augen der Lernenden aus dem Fenster schweifen, ist der Punkt erreicht, an dem die Aufmerksamkeit abnimmt. Von hier an werden Lerninhalte nicht mehr erfasst und verarbeitet. Sie laufen wie das Hintergrundflimmern eines Testbildes irgendwie an den Lernenden vorbei.

Beim Thema Konzentration im Unterricht geht es im Grunde genommen nicht darum, ständig schneller und besser zu werden, sondern darum, ein ausgewogenes Verhältnis von Anspannung und Entspannung zu praktizieren. Nicht umsonst ist eine der Grundregeln für guten Unterricht der Wechsel zwischen aktiven Phasen, die Konzentration erfordern und entspannenden Phasen, bestenfalls mit der Möglichkeit zu individueller Auseinandersetzung mit dem Lernstoff.

 

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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