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Mai 2019

Was ist eigentlich Suggestopädie?

Erfahren Sie mehr über die Lehrmethode aus den 6oern mit hohem Erfolgsversprechen auch in der heutigen Unterrichtspraxis.

In den 1960er Jahren entwickelte der bulgarische Arzt und Psychologe Georgi Lozanov eine Lehrmethode mit großem Erfolgsversprechen.

Grundsätzlich möchte die Suggestopädie eine stärkere Verknüpfung neuer Lerninhalte mit bereits Bekannten erzielen. Qualität geht vor Quantität. Durch Wiederholungen, gehirngerechtes Aufbereiten der Lerninhalte und praxisorientierte Übungen soll eine schnellere und bessere Verankerung im Langzeitgedächtnis erreicht werden.
Das besondere an der Suggestopädie ist vor allem der Ansatz, mit blockierenden Überzeugungen der Lernenden aufzuräumen und diese durch positive Suggestionen zu ersetzen. Dabei steht und fällt alles mit der Lehrperson und deren eigenen Überzeugungen den Lehrprozess, die Lernenden und sich selbst betreffend. Lozanov ging davon aus, dass diese Grundeinstellungen wesentliche Wirkung auf den Lehr- und Lernprozess haben.

Darüber hinaus vereint der Lehransatz die Bereitstellung von visuellen, kinästhetischen und auditiven Reizen, die ganzheitlich verarbeitet werden. Dazu gehören periphere Stimuli wie Lernplakate, die Arbeit mit Metaphern und Geschichten, vor allem in der Phase der Stoffvermittlung, sowie der Einsatz künstlerischer Elemente. Auch der Einfluss der Raumgestaltung auf den Lernprozess ist hier wesentlich, insbesondere die Tischanordnung und Farbgebung.

In die Kritik geriet die Suggestopädie, da das Versprechens, spektakuläre Gedächntissteigerungen zu erzielen, in Versuchen nicht nachgewiesen werden konnte. Dennoch birgt die Suggestopädie eine Vielzahl didaktischer Elemente und Methoden, die in der heutigen Unterrichtspraxis durchaus gängig sind.

So das Konzept des interaktiven und lernerzentrierten Lehrens und Lernens, wobei ersteres den Lernenden Möglichkeiten der aktiven Auseinandersetzung mit Lerninhalten bietet, wie es auch im handlungsorientierten Konzept anzutreffen ist, und letzteres sich mit der Prämisse der Teilnehmerorientierung deckt.

In der Suggestopädie wird Lernen unbedingt als eine Gemeinschaftsaktivität betrachtet, die die Lernenden in sozialer Interaktion miteinander verbindet. Es wird mit einer Vielzahl an spielerischen Lernerfahrungen gearbeitet. Die Idee dahinter ist, das Lernen mit positiven Emotionen zu verbinden.
 
Ein weiteres wesentliches Element ist die Rhythmisierung des Lernprozesses, wobei akribisch in Phasen der Aktivität und der Entspannung unterteilt wird. Dabei erfolgt durchaus eine Orientierung an dem Pausen- und Tagesrhythmus und es wird streng auf einen Wechsel von Innen- wie Außenaktivitäten geachtet. Musik spielt in der Suggestopädie eine ganz besondere Rolle. Sie wird praktisch als Katalysator für die Langzeitspeicherung von Wissen eingesetzt. Besonders seien Barockmusik, Bach und auch Vivaldi geeignet und das kann man ja einfach mal im Unterricht ausprobieren.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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