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November 2019

Vom Bild zum Text

Der Übergang vom Bild zum Text ist für viele Lernende nicht einfach.

Bilder werden im Fremdsprachenunterricht auf vielfältige Weise eingesetzt. So dienen sie zur Aktivierung von Vorwissen, sind aber auch Medien zur Intensivierung von Lernprozessen. Sie unterstützen die Veranschaulichung kommunikativer Situationen ebenso wie die von Texten. Bilder haben mnemotechnische Funktionen und werden auch zur Grammatikvisualisierung aufgrund ihrer vereinfachenden Möglichkeiten benutzt.

Vor allem sind Bilder aber willkommene Sprech- und Schreibanlässe, wobei die Frage ist, wie es gelingen kann, die Lernenden auch tatsächlich zu motivieren, zu einem Bild einen entsprechenden Text, sei es schriftlich oder mündlich, zu liefern.

Am häufigsten geht es bei der Arbeit mit Bildern im Fremdsprachenunterricht um Bildbeschreibungen. Allerdings sollte es da keineswegs aufhören. Auch das sprachliche Handeln zu Bildanlässen bietet viele Möglichkeiten. Ob Bilder den Lernenden tatsächlich lebendige Sprech- und Schreibanlässe bieten, hängt zunächst von der Auswahl der Bilder ab.

Wird erreicht, dass diese die Lernenden emotional einbeziehen und persönlich ansprechen, ist ein erster Schritt getan. Auch kontroverse Bilder, die provozieren oder Widerspruch erzeugen, sind dafür geeignet. Um diesen persönlichen Zugang zu erreichen, sollten die Lernenden die Möglichkeit haben, sich die Bilder selbst auszuwählen.

Als nächstes sollten die Bilder etwas Überraschendes beinhalten oder unvollständig sein. Denn alles, was die Wahrnehmungsgewohnheiten durchbricht, motiviert zum Erzählen. Das heißt in der Praxis, dass Bilder, zu denen Lernende Texte produzieren sollen, ob mündlich oder schriftlich, vor allem ein Maß an Offenheit bieten müssen – eine Art Leerstelle, in die hinein die Lernenden erzählen können.

Unser Gehirn liebt Geschichten, präziser gesagt das Einordnen in Davor und Danach. Diese zeitliche Komponente ist eine Möglichkeit einen Raum zu öffnen, in dem aus einem Bild ein Text wird. „Wann?“, „Was war davor?“ und „Was wird als nächstes geschehen?“ sind Fragestellungen, mit denen die Lernenden dabei geleitet werden können.

Ebenso kann ein Raum um das Bild herum eröffnet werden. Das gelingt durch Fragestellung wie „Wo ist das?“ oder „Was befindet sich davor oder dahinter?“

Schließlich kann man das Bild auch in Richtung Kommunikation öffnen, wobei es darum geht, wer, was, zu wem und wie sagt.

Unvollständige Bilder kann man übrigens ganz einfach selbst herstellen, indem von vorhandenen Bildern einfach etwas weggeschnitten wird, zum Beispiel eine andere Person, von der nun nur noch eine Hand zu sehen ist.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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