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Januar 2019

Unterrichtsphasen bewusst gestalten

Die Unterrichtsphasen sind wie ein Kinderkarussel – immer das Gleiche. Das Gute daran: Der Ablauf hat sich bewährt.

Wie ein Grundbeat für erfolgreiches Unterrichten bestimmen die Unterrichtsphasen Einstieg, Erarbeitung und Sicherung den Rhythmus des Lernens. Spannend dabei ist, dass dieser Dreiklang ebenso vielfältige Formen annehmen kann, wie ein Musikstück. Und wie in der Musik gilt es, das Ende nicht vor dem Mittelteil abzuspielen oder gar den Anfang wegzulassen.

Um es gleich vorwegzunehmen – ein guter Kurstag wie auch eine gute Stunde beginnt nicht mit dem Einstieg, sondern natürlich mit der Begrüßung (oder anderen Ritualen), damit die Teilnehmenden erst einmal ankommen können.

Die Phase des Einstiegs hat praktisch eine Doppelfunktion. Zum einen dient sie als Hinführung zum Thema, zum anderen soll sie aber auch motivieren. Letzteres erreicht man durch die bewusste Formulierung des Themas oder bestenfalls durch eine Fragestellung, die etwas mit dem Leben der Teilnehmenden zu tun hat und neugierig macht. Mit der Einstiegsphase wird an das Vorwissen der Teilnehmenden angeknüpft – ein Aspekt, der in der Erwachsenenbildung ungeheuer wichtig ist. Man schafft praktisch so etwas wie einen transparenten Orientierungsrahmen, an dem die Teilnehmenden erkennen können, wo es hingehen wird.

Die nächste Phase, die der Erarbeitung, dient der Lösung einer Problemstellung und dem Wissens- oder Kompetenzzuwachses. Die Mittel und Wege sind dabei vielfältig.

In der Phase der Sicherung werden schließlich die Kernpunkte des Erlernten überprüft, ausgewertet, gefestigt, vervollständigt, korrigiert und/oder geübt. Üben ist vor allem im Sprachunterricht das A und O.

Jetzt könnte es eigentlich von vorne anfangen, aber gerade für den Unterricht mit Erwachsenen, die in allem, was sie tun und lernen, einen Sinn erkennen möchten, hat sich der Abschluss mit einer Phase des Transfers bewährt.

Die Transferphase soll das Anwenden des Erlernten im Alltag, also außerhalb des Kursraumes, anstoßen. Hier heißt es also teilnehmerorientiert die Bedarfe der Lernenden abzugleichen und damit kommunikative Situationen zu erzeugen. Somit können die Teilnehmenden befähigt werden, die Unterrichtsinhalte für ihren Alltag brauchbar zu machen.

Aber langsam bitte! Es ist nicht zu erwarten, dass beispielsweise völlig neue grammatische Strukturen in der Transferphase, also direkt nach dem Üben, eins zu eins von den Teilnehmenden korrekt angewandt werden können. Transfer bedeutet lediglich die Türen des Kursraumes, bildlich gesprochen, nach außen zu öffnen.

Wer glaubt, damit ist man am Ende, der irrt sich. Denn jede Stunde braucht neben einem guten Start auch einen guten Schluss. Der muss nicht lange dauern, aber eingeplant werden sollte er.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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