arrow-down arrow-to-left arrow-to-right arrow-up bc-left check delete download facebook google-plus home map menu print search smiling three-lines top-left twitter youtube
August 2020

Texterschließungsstrategien II – Die SQ3R-Methode

SQ3R klingt wie ein Roboter – hat allerdings eine Menge zu bieten.

Eigentlich dachte der amerikanische Psychologe Francis P. Robinson bei der Formulierung dieser Lesemethode in den 1940er Jahren an die Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Texten und daran, wie inhaltliche Fülle im akademischen Kontext effektiv ins Hirn gelangt.

Von wissenschaftlichen Texten sind Lernende in Deutschkursen erst einmal weit entfernt, dennoch hat diese Methode auch hier einiges zu bieten. SQ3R steht für Survey, Question sowie die drei „R“ aus Read, Recite und Review.

Survey steht dabei für den Überblick, die Sicht von oben, um den Gesamtrahmen des Textes zu erfassen. Robinson dachte dabei an ganze Bücher. Für Texte in Sprachlehrbüchern klappt das allerdings auch. Überschriften und Zwischenüberschriften werden betrachtet. Eventuell Bilder und deren Bildunterschriften einbezogen. Auch der Aufbau des Textes oder andere hervorstechende Merkmale können interessant sein. Diese Phase ist im Fremdsprachenunterricht besonders wichtig, da sie eng mit der Vorentlastung des Wortschatzes verknüpft ist. Und die Lernenden werden auf das Thema eingestimmt.

Im nächsten Schritt ist der Lernende gefordert, Fragen zum Text oder zu einzelnen Abschnitten des Textes zu stellen. Ganz klar, hier geht es um Erwartungen, die wesentlicher Bestandteil des verstehenden Lesens sind. Erwartungen geben dem Leseprozess quasi eine Richtung und motivieren dadurch den Lernenden genauer hinzuschauen. Besonders hilfreich ist es, wenn die Fragen aufgeschrieben werden. Die Lernenden können sich dabei fragen, was sie konkret mit diesem Text erfahren möchten.

Beim ersten der drei „R“ geht es nun um das Lesen selbst (Read). Der Inhalt muss verstanden werden, möglicherweise mit Hilfestellungen. Hier wird mit Markierungen und Unterstreichungen gearbeitet.

Im nächsten Schritt (Recite) geht es um die Wiedergabe des Gelesenen, am besten mit eigenen Worten. Für Lernende im Deutschunterricht kann das eine große Hürde darstellen. Hier hilft es, noch einmal genau auf die Schlüsselwörter zu schauen. Auch Zwischenüberschriften zu formulieren hat denselben Effekt.

Im letzten Schritt (Review) geht es um den abschließenden Rückblick auf das Gelesene. Es wird sozusagen noch einmal von hinten auf die zurückgelegte Wegstrecke geschaut. Man kann die Eingangsfragen noch einmal Revue passieren lassen, checken, ob alle Fragen beantwortet oder die Erwartungen an den Text erfüllt worden sind. Ganz wichtig für einen erfolgreichen Lernprozess ist auch das Reflektieren des Lernens selbst: Was wurde gelernt? Wo gab es Schwierigkeiten? Und was möchte man zu dem Thema noch wissen?

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

Weiterempfehlen: