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März 2019

Storytelling im DaZ-Unterricht

Geschichten wurden zu allen Zeiten erzählt. Warum also nicht auch im DaZ-Unterricht?

Das Lernen in und mit Geschichten spielt vor allem im Kindergarten und in der Grundschule eine zentrale Rolle. Aber nicht nur Kinder lieben Geschichten. Die Methode "Storytelling" kann ebenso effektiv im Sprachunterricht mit Erwachsenen eingesetzt werden. (siehe u.a. K. Schramm. „Erzählen Sie doch mal!“)

Das Potenzial des mündlichen Erzählens durch den Kursleitenden für die Sprachförderung liegt nicht nur in der Interaktion mit den Zuhörern. Von der Semantisierung über das lexikalische Wiedererkennen bis hin zu Grammatikdrills kann Storytelling gezielt für die kommunikative Sprachförderung genutzt werden.
Nehmen wir nur einmal die Semantisierung unbekannter lexikalischer Einheiten. Auf Kursleiterseite wird im Storytelling das Erzählen durch ausdrucksstarke Gestik und Mimik begleitet. Auch Bildillustrationen oder Verfilmungen der Geschichte können eingesetzt werden. Durch das simultane Erzählen und Zeigen wird den Zuhörern das Verstehen der Geschichte erleichtert. Es kann noch eins draufgesetzt werden, indem Techniken aus dem Total Physical Response (TPR) einsetzt werden. Hierbei können ganz gezielt einzelne lexikalische Einheiten durch Anweisungen in Imperativ-Form mit bestimmten Bewegungen verknüpft werden. Fährt zum Beispiel in der Geschichte eine Person Auto, werden die Zuhörer aufgefordert, mit dem Auto zu fahren und sollte die Person in der Geschichte telefonieren, wird im Kursraum mit den entsprechenden Gesten ebenfalls telefoniert.

Total Physical Response Storytelling (TPRS) ist die Erweiterung von TPR. Dabei wird das fremdsprachliche Bewegungslernen auf Dialoge und Geschichten übertragen. Die Grundidee ist, dass ein Dialog oder eine Geschichte mithilfe entsprechender Gesten durch die Zuhörer umgesetzt werden, ohne dass die Fremdsprache bereits selbstständig produziert wird.

Eine Steigerung der Anforderungen kann erreicht werden, wenn die Zuhörer sprachaktiv und spielerisch in die Erzählung der Geschichte eingebunden werden. Jede Geschichte bietet Anlässe, die Zuhörer zu fragen, was die Person in der Geschichte wohl denkt, wie die Geschichte weitergeht oder was die Zuhörer selbst machen würden. Diese hörerseitigen Beiträge können an späterer Stelle der Geschichte durchaus wieder aufgegriffen werden.

Auch grammatische Strukturen können beim Storytelling implizit trainiert werden, indem die Zuhörer zum Co-Erzählen aufgefordert werden. Fehler werden dabei nur indirekt korrigiert, damit der Fokus auf den Inhalten aufrecht erhalten bleibt.

Geschichten so zu erzählen, bringt Bewegung in die Gruppe, wirkt motivierend und sorgt für jede Menge Spaß beim Lernen. Gute Gründe also, mal wieder eine Geschichte zu erzählen.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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