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Mai 2019

Stationenlernen

Großer Aufwand – großer Nutzen, auch schon im niedrigschwelligen DaZ-Unterricht

Beim Stationenlernen bearbeiten die Lernenden Arbeitsaufträge an verschiedenen Positionen im Raum, den sogenannten Lernstationen. Diese Arbeitsweise ist in der Vorbereitung zwar aufwendig und erfordert viel Material, dennoch ist sie unbedingt einzusetzen, da der Lerneffekt für die Lernenden enorm groß ist.

An erster Stelle steht dabei der Aspekt der Binnendifferenzierung. Die Lernenden können in ihrem eigenen Arbeitstempo, durch ihre persönlichen Vorlieben gelenkt arbeiten, wobei ganz unterschiedliche Zugangsweisen sowie Lernkanäle angesprochen werden. Das heißt, dass die Art und Auswahl der Arbeitsaufträge von vornherein ganz unterschiedliche Herangehensweisen ermöglichen sollte. Ebenfalls können verschiedene Sinneskanäle angesprochen werden, wie auch die verschiedenen Fertigkeiten (Hören, Schreiben, Lesen, Sprechen) variieren können.

Für das Stationenlernen eignen sich besonders Aufgaben und Übungen, die zur Vertiefung von Wissen beitragen oder das Üben und Wiederholen von Fertigkeiten auf verschiedenen Kanälen ermöglichen. Dabei kann allein oder in der Gruppe gearbeitet werden.

Jede Station benötigt eine schriftliche Anweisung, damit die Lernenden wissen, was zu tun ist. Zu beachten ist, dass jeder einzelne Arbeitsauftrag so etwas wie ein Teilgebiet eines größeren Ganzen ist. Das heißt, alle Stationen sind durch ein übergeordnetes Ziel und Thema verbunden. In welcher Reihenfolge die Lernenden die einzelnen der Stationen bearbeiten, ist dabei irrelevant. Falls Hilfsmittel erforderlich sind, sollten diese bereit liegen. Es ist wichtig, dass die Stationen auch als solche erkennbar sind (Farben, Zahlen, Gegenstände). Außerdem ist dafür zu sorgen, dass jeder Lernende ausreichend Platz zum Erarbeiten der Aufträge hat.

Bei der Vorbereitung des Stationenlernens ist darauf zu achten, dass Pflichtelemente vorhanden sind, so dass alle Lernenden eine Minimalanforderung erfüllen können. Darüber hinaus sind zusätzlich Optionen bereit zu stellen, die die Lernenden anspornen, mehr zu tun, wenn die Zeit und die individuellen Möglichkeiten das zulassen. Allerdings ist darauf zu achten, dass die Arbeitsaufträge innerhalb der Stationen überschaubar bleiben. Stationenlernen ist vor allem kleinschrittiges Lernen.

Nicht zuletzt unterstützt ein Laufzettel die Lernenden dabei, sich zu orientieren, aber vor allem macht er den Fortschritt sichtbar. Die Leistungsüberprüfung kann durch das Bereitstellen der Lösungen erfolgen (Selbstkontrolle) oder durch die abschließende Präsentation der Ergebnisse.

Es ist nicht von der Hand zu weisen: Stationenlernen kostet in der Vorbereitung sehr viel Zeit, dafür ermöglicht es große Fortschritte - vor allem aber macht es Spaß. Nicht nur den Lernenden!

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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