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{01} 2018

Sprechfertigkeit trainieren

Kommunikative Kompetenz ist ein Hauptziel des Fremdsprachenunterrichtes – das Training der Sprechfertigkeit aber auch eine große Herausforderung. 

Im Sprechtraining müssen neben der richtigen Aussprache auch grundsätzliche Grammatik- sowie Syntaxstrukturen trainiert werden. Die dynamische und vergängliche Form, die der gesprochenen Sprache innewohnt, die Kontextabhängigkeit und der grundsätzlich eher ungeplante Charakter machen die Schwierigkeiten des Sprechens in der Fremdsprache aus.

Deutsch sprechen lernen kann man aber nur, indem man Deutsch spricht. Bei den großen Gruppen in den Integrationskursen stehen viele Kursleitende hier vor enormen Schwierigkeiten. Außerdem fehlt für gezielte Förderung aller Teilnehmenden oftmals die Zeit. Und nicht zuletzt muss die Frage geklärt sein, wie man das Gesprochene objektiv bewertet.

Ein Ziel beim Training der Sprechfertigkeit im Integrationskurs ist daher, dass möglichst viele Teilnehmende zur gleichen Zeit aktiv sind. Der Aufbau der Sprechkompetenz geschieht grundsätzlich in drei Stufen: der Stufe des reproduktiven Sprechens, des rekonstruktiven Sprechens und schließlich des konstruktiven Sprechens. (Schreiter In: Henrici/Riemer 1996: 65) 

Anders ausgedrückt geht es in der ersten Phase um nachahmendes Sprechen. Auswendiglernen ist hier ein wichtiges Stichwort. Kleine Dialoge oder kurze Texte zu vorgegebenen Themen, wie beispielsweise über die eigene Person sprechen. Hierfür können (und sollten) die notwendigen Sätze auswendig gelernt werden.

Von der reproduktiven Phase ausgehend können dann Variationen trainiert werden. Zum Beispiel in Dialogen oder Rollenspielen (Einkaufen: erst Obst, dann Kleidung usw.). Umformungen sind hier erwünscht und trainieren die Flexibilität, die für die Phase des konstruktiven Sprechens nötig ist. Das freie Sprechen der Teilnehmenden, das letztendliche Ziel, kann auf diese Weise schrittweise geübt werden. 

Die Sprechfertigkeit, die in den Integrationskursen trainiert wird, setzt sich aus der Fähigkeit des zusammenhängenden Sprechens (Monolog) und des interaktiven Sprechens (Dialog) zusammen. Der Gemeinsame europäische Referenzrahmen (GER) unterscheidet bei der Bewertung der Sprechkompetenz zwischen der Fähigkeit einen Monolog oder eine Rede vor Publikum halten zu können und
 der Fähigkeit, an Gesprächen teilzunehmen.

Beide Formen der Sprechfertigkeit müssen also im Kurs trainiert werden. Das methodische wie organisatorische Herangehen ist dabei unterschiedlich.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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