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November 2017

Sprechanlässe schaffen mit Bildern

Warum Bilder ideal für Sprechaktivitäten im Kurs sind

Bilder wecken Emotionen und ermöglichen Assoziationen, weshalb sie ideal für Sprechaktivitäten im Kurs sind.

Allerdings ist die Wahrnehmung von Bildern stark von der Kultur geprägt. Eine Fotografie von mehreren Personen vor einem Hauseingang kann nicht zwangsläufig von jedem Betrachter als eine Gruppe von Teilnehmenden vor einer Schule verstanden werden, denn Bilder sind mentale Konstrukte, deren Wahrnehmung und Interpretation sich von Betrachter zu Betrachter unterscheidet.

Während beispielsweise das Zebra in Deutschland als weißes Tier mit schwarzen Streifen gilt, betrachtet man es in Afrika als schwarzes Tier mit weißen Streifen (Roche: Fremdsprachenerwerb und Fremdsprachendidaktik, 2005). Beim Einsatz von Bildern im Kurs wird also auch immer der kulturelle Hintergrund reflektiert.

Der Umgang mit Bildern, also das „Lesen“ von Bildinformationen muss im Kurs trainiert werden. Dabei geht es um mehr als das Verbalisieren von Inhalten, indem man die Teilnehmenden beschreiben lässt, was sie sehen. Je nach Vorwissen und Schulerfahrung sollten schließlich auch die Darstellungsmittel sowie der Bildkontext in die Bildbeschreibung einbezogen werden.

Die im Kurs eingesetzten Bilder können genauso Gemälde, Grafiken, Comics und Karikaturen wie auch Fotografien sein. Fotografien entspringen ganz direkt der Lebenswirklichkeit, transportieren den kulturellen Kontext und vermitteln auf diese Weise gleichzeitig Landeskunde.

Das Vorwissen der Teilnehmenden, die Assoziationen und der Vergleich mit eigenen Erlebnissen motivieren das freie Sprechen. Vor allem der Bezug auf Lebensbereiche der Teilnehmenden ist enorm wichtig. Auch wenn der 20-jährige Jugendliche mit einem Foto einer Hochzeitsfeier konfrontiert wird, ist eine wichtige und motivierende Frage, ob so etwas schon einmal erlebt oder gesehen wurde.

Beim Sprechen über Bilder kann jeder zu Wort kommen – wenig sprechende Teilnehmende mit wenig Wortschatz ebenso wie die gern Redenden. In diesen Sprechsituationen ist sicherzustellen, dass jeder Lernende einen individuellen Beitrag zum Gruppenergebnis liefern kann.

Bildbeschreibungen kann man im Plenum erarbeiten, aber ebenso als Partner- oder Gruppenübung. Als Partnerübung bieten sich Vergleiche, die Fehlersuche oder das Finden von Unterschieden in verschiedenen Bildern an. Gerade Unterschiede auf Bildern motivieren Sprechaktivitäten. In 4er-Gruppen (homogen oder heterogen) können sich wiederum 2er-Gruppen gegenseitig die Ergebnisse vorstellen. Aber auch eine Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe ist möglich. Zum Beispiel kann beim Einsatz von Smartphones einer aus der Gruppe für die Technik verantwortlich sein.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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