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Oktober 2018

Spiele im Unterricht

„Spiele? − Dafür ist doch gar keine Zeit.“ − Das allerdings ist ein Irrtum.

Wohl dosiert und mit dem richtigen Ansatz haben Spiele nachhaltige Lerneffekte. Der Zusammenhang liegt für viele nur nicht so klar auf der Hand. Darum lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.

Zuerst ist es ein Irrglaube, dass nur Kinder gerne spielen. Auch Erwachsene haben ein kleines Kind in sich, das beachtet werden möchte. Nicht zufällig gibt es eine ganze Reihe von Strategiespielen als Brettspiel oder in der virtuellen Welt der Computerspiele. Was den Reiz für Erwachsene dabei ausmacht ist, dass nicht der Zufall oder das Glück entscheidend ist, sondern bewusstes langfristiges Planen den Spielverlauf bestimmt.

Erkenntnisse aus dem Gebiet der Hirnforschung haben die lernfördernde Rolle von Spielen nachgewiesen. Spiele steigern die Konzentrationsfähigkeit. Ebenso unterstützen Sprachlernspiele die Behaltensleistung durch Vernetzung der sprachlichen Sequenzen im Gehirn. Allerdings nur, wenn die Sprache gezielt als Kommunikationsmittel eingesetzt werden kann. So bieten sich für die unterschiedlichen Lernziele (Grammatik, Wortschatz, Lesen, Schreiben, Hören, Sprechen, Phonetik, Landeskunde usw.) ganz verschiedene Spieltypen und -formen an und das auf jeder Niveaustufe, im Alphabetisierungsbereich angefangen.

Selbstverständlich sollten die Spiele im Unterricht erwachsenengerecht und dem Alter, Sprach- und Lernniveau der Teilnehmenden angepasst sein. Aber auch interkulturelle Aspekte, Gewohnheiten und die Lernerfahrungen sollten bei der Planung von Spielen Beachtung finden. Auch gibt es Spiele, die sich nur für eine bestimmte Gruppengröße eignen und die räumlichen Bedingungen sowie der Zeitfaktor sollten stimmen, damit das Spiel auch „klappt“.

Dann nämlich erzeugen Spiele positive Emotionen und ein gutes Gruppenklima. Beides verbessert nachweislich die Lernleistung. Ganz nebenbei sorgen Spiele im Unterricht für Entspannung und Abwechslung. Ängste oder sogar Hemmungen und Lernblockaden können abgebaut werden. Auf diese Liste der indirekten Beeinflussung des Lernverhaltens durch Spielen kann auch noch das Training des sozialen Verhaltens gesetzt werden.

Spielerisches Lernen ist eine effektive Methode, die allerdings nicht kurstragend angewandt werden kann. Würde man ständig im Unterricht spielen, wäre die positive Wirkung zerstört. Phasen des spielerischen Lernens sollten daher wohl abgewogen an Inputphasen gekoppelt sein und mit Transfer- und Festigungsübungen kombiniert werden.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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