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März 2020

Selbstlerntechniken Teil 1: Das Wissensnetz

Assoziatives Lernen geht auch im Sprachunterricht.

Lernen ist ein eigenaktiver, erfindender, kommunikativer und zirkulär mentaler Prozess, in dem Wissensnetze ständig neu aufgebaut, umgeordnet oder erweitert werden.

Dass Lernen in Zusammenhängen erfolgt, hat bereits der Theologe und Philosoph Johann Friedrich Flatt im Wintersemester 1789/90 in seiner Tübinger Vorlesung zur empirischen Psychologie beschrieben und dabei im Grunde genommen das Netzwerkmodell des Gedächtnisses vorweggenommen, dass wir heute im Modell der neuronalen Plastizität wiederfinden. Im Wesentlichen geht es dabei u.a. um assoziative Aktivierungen von Gedächtnisinhalten.

Das Ganze funktioniert, salopp gesagt, weil Wörter und Bedeutungen im mentalen Lexikon eben nicht alphabetisch oder in Listen abgelegt sind, sondern untereinander vernetzt abgespeichert werden. Um ein solches Wissensnetz zu visualisieren, werden die Bedeutungen der Wörter durch Knoten repräsentiert, die wiederum Verbindungen zu anderen Inhalten bzw. Begriffen zeigen können, so dass so genannte Nachbarschaftsbeziehungen deutlich werden.

Wer jetzt an eine Mindmap denkt, liegt absolut richtig. Und da sind wir schon bei der praktischen Umsetzung. Wie also können Wissensnetze beim selbstständigen Lernen helfen?

Die Arbeit mit Wissensnetzten im Sprachunterricht beruht auf der assoziativen Verarbeitung von bereits vorhandenem Wissen, dass im zweiten Schritt durch neues Wissen ergänzt wird. Und zwar dort, wo Leerstellen im Netz existieren.
Am besten beginnt man damit bei der Wortschatzarbeit, beispielsweise zum Thema Beruf. Unterstützend können ABC-Listen eingesetzt werden, die die Lernenden in einer vorgegebenen Zeit, so weit wie möglich ausfüllen sollen. Übrigens kann man auch erst einmal nur mit dem Oberbegriff „Beruf“ starten. Es sollen schnell thematisch passende Begriffe gefunden werden, die mit B, E usw. beginnen (siehe KAWA, V. Birkenbiehl).

Wichtig dabei ist, einen Zeitrahmen vorzugeben. Assoziation heißt Spontanität und die muss oftmals trainiert werden.

Das Wissensnetz Beruf kann nun Berufsbezeichnungen enthalten, sowie einen Längsfaden zur W-Frage: „Was sind Sie/bist du von Beruf?“ Eine weitere Längsverbindung kann zu den Tätigkeiten der jeweiligen Berufe führen usw.

Und wie geht das selbstständig? Indem die Lernenden z.B. ein Raster für ein Wissensnetz erhalten und dieses mit Hilfe von Lese-, Hörtexte oder einer Internetrecherche vervollständigen.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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