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März 2020

Selbstlerntechnik Teil 2: Die Lernkartei

Ein Klassiker unter den Selbstlerntechniken ist die Lernkartei.

Dieses Lernsystem wurde 1973 von Sebastian Leitner entwickelt und ist aus dem Sprachunterricht eigentlich nicht mehr wegzudenken. Heute vor allem, weil das System in Lernsoftware und Lern-Apps, wie zum Beispiel Phase 6, integriert ist.

Die Idee der Lernkartei ist es, durch systematisches Wiederholen Fakten und Sachwissen dauerhaft ins Gedächtnis zu bekommen. Es wird, wie der Name schon sagt, mit Karteikarten gearbeitet, wobei die Größe der Karten von der Information darauf abhängen sollte. Auf die Vorderseite wird ein Stichwort geschrieben und auf die Rückseite die Lösung, beziehungsweise der Fakt, der gelernt werden soll.

Die Lernkarten werden in einer Box mit drei bis fünf Fächern untergebracht. Diese Fächer werden allerdings immer kleiner. Zu Beginn liegen alle Karten im Fach 1 und werden nun abgefragt. Eine Karte, deren Lösung man kennt, wandert von Ablagekasten 1 in die 2 und von dort entsprechend in den Kasten 3 und so weiter.

Die Idee dahinter ist ganz simpel. Es geht bei diesem System darum, dem Rhythmus des Vergessens entgegenzuwirken. So werden die Karten in Fach 2 beispielsweise nur noch jeden zweiten Tag abgefragt und die in Kasten drei nur noch jeden vierten. Eine andere Option ist, die Fächer erst dann zu wiederholen, wenn sie voll sind. Damit werden die Abstände automatisch immer länger und bei regelmäßiger Anwendung gelingt so die Wiederholung in immer länger werdenden Abständen.

Die Vorteile der Methode bestehen darin, dass das langfristige Behalten gefördert wird und der Nutzer obendrein ein gutes Gefühl dafür bekommt, wie hoch der eigene Wissensstand ist. Man sieht praktisch, was man schon weggelernt hat. Außerdem kann so im individuellen Lerntempo gelernt werden und da die Lernkartei auf dem Prinzip der Selbstkontrolle funktioniert  – sich selbst beschummeln bringt wenig  – fördert sie tatsächlich auch das selbständige Lernen.

Der Nachteil der Methode ist, dass man sie wirklich regelmäßig anwenden muss, um einen langfristigen Lernerfolg zu erzielen. Dieser lange Atem ist nicht immer vorhanden. Außerdem kann es gut sein, dass man die Methode vorerst im Kurs gemeinsam mit den Lernenden etablieren muss. Darüber hinaus sollte unbedingt auf die Vernetzung des abgefragten Wissens geachtet werden. Wird die Lernkartei z. B. für das Wortschatztraining eingesetzt, sollten auf den Karteikarten immer auch Angebote für die Anwendung im Satz, Angaben von Synonymen oder Antonymen etc. gemacht werden.
Oder man geht gleich einen Schritt weiter und lässt die Karten von Anfang an in Form von Wissensabfragen oder einem Quizz erstellen. Das Gehirn lernt schließlich am besten, wenn die Informationen untereinander vernetzt sind.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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