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Dezember 2017

Selbstgesteuertes Lernen – Wie funktioniert das?

Unsere moderne Wissensgesellschaft verlangt permanentes und aktives Lernen – Selbstgesteuertes lebenslanges Lernen heißt die große Überschrift.

Gegenwärtige Erwachsenenbildung ist eng gekoppelt an das Konzept des lebenslangen Lernens, das eine Menge Eigenverantwortung erfordert. Für die Erwachsenenbildung und speziell die Arbeit in Integrationskursen bedeutet das ein Umdenken in der Kurssteuerung und -organisation.

Ein immer wieder aufkeimender Kritikpunkt am Konzept des selbstgesteuerten Lernens, ist die große Diskrepanz zur Realität vieler Kursleitender, die fernab von idealen Lern- und Lehrsituationen und mit nur bedingt „idealen“ Lernern arbeiten. Hier stellt sich die Frage, wie die Fähigkeit zu produktivem, selbstgesteuertem Lernen erworben wird.

In erster Linie mit der Übergabe der Verantwortung für den Lernprozess an die Teilnehmenden bei gleichzeitiger Individualisierung der Lernprozesse. Ein Deutschkurs kann theoretisch also nicht mehr als ein Abarbeiten gleicher Inhalte für alle gedacht werden. Eine Gruppe sollte wie ein Sozialverband betrachtet werden, der eigene Arbeits- und Umgangsformen aus sich heraus entwickelt.

Das geschieht durch gemeinsame Aktivitäten, gemeinsam gelöste Aufgaben und Prozesse, die in der Gruppe gemeistert werden. Es wird nicht nur die Sprache erworben, es werden auch soziale Kontakte gepflegt und miteinander interagiert.

Die Kursleitenden geben in diesem Prozess die Kontrolle und Steuerung ab. Was nicht gleichbedeutend mit ungesteuertem Unterricht ist. Vielmehr geschieht hier ein Umdenken. Aber wie funktioniert das praktisch?

Eine zentrale Prämisse in diesem Prozess ist das Bewusstmachen der Lerninhalte für die Teilnehmenden. Ohne Kenntnis der Lerninhalte kann nur bedingt selbstgesteuert gelernt werden. Ein weiteres Element ist die Lernberatung, die mit einem ganzen Equipment an Methodik, Dokumentation, Evaluation und Beratungsgesprächen eine tragende Komponente im Selbstlernprozess ausmacht. (Forneck/Springer: Gestaltet ist nicht geleitet – Lernentwicklungen in professionell strukturierten Lernarchitekturen, 2005).

Lernberatung in diesem Sinne ist gleichermaßen beurteilend und beratend und findet nicht nur von Kursleitenden zu Teilnehmenden statt, sondern auch zwischen den Teilnehmenden selbst. Die Selbstreflexion nimmt dabei einen ganz wichtigen Stellenwert ein.

Von Kursleitenden erfordert diese Herangehensweise eine neue diagnostische Kompetenz, die über die reine Sprachstandsbestimmung hinausgeht. Auch der Lernprozess selbst muss analysiert und diagnostiziert werden. Mit anderen Worten: Es muss herausgefunden werden, ob die Lerntechniken sinnvoll sind und für jeden Einzelnen funktionieren.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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