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Juli 2018

Schreiben – Teil 3

Auch das Schreibtraining im DaZ-Unterricht sollte hin und wieder aufgelockert werden – am besten mit Methoden aus dem kreativen Schreiben.

Im Schreibtraining in den Integrationskursen geht es in der Regel um Briefe an den Vermieter, Formulare, Entschuldigungsschreiben oder Reklamationen. Um die Schreibkompetenz zu trainieren und die Ausdrucksmöglichkeiten auszubilden, sollte aber auch das freie oder kreative Schreiben regelmäßig geübt werden.

Das gelingt am besten durch kooperatives Schreiben in Kleingruppen. Nicht nur Hemmungen und Blockaden werden dabei abgebaut, sondern auch Ideen und Kompetenzen gebündelt. Planen, Formulieren, Überarbeiten heißen die drei magischen Schritte im kreativen Schreibprozess, die so auch eins zu eins im Unterricht funktionieren. Im DaZ-Unterricht hat sich das Schreiben nach Vorgaben, Regeln und Mustern oder auch das Weiterschreiben an Texten (Lese- oder Hörgeschichten) bewährt – und das bereits auf niedrigem Sprachlevel.

Beim Schreiben nach Vorgaben gibt man den Teilnehmenden praktisch eine Art Gerüst an die Hand, mit dessen Hilfe sie eine Geschichte erfinden. Das können beispielsweise drei vorgeschriebene Kärtchen pro Gruppe sein, auf denen je ein Protagonist, ein Ort und ein Ereignis steht. Bevor es ans Formulieren geht, sammeln die Gruppen Stichworte. Je nach Kenntnisstand helfen schließlich textordnende Redemittel („dann“, „danach“, „zuletzt“ und/oder Konjunktionen) auf Postern oder an der Tafel. Die Geschichten sollten kurz sein und gemeinsam im Plenum ausgewertet werden.

Als weiterführende Übung können die Geschichten in Anfang, Mitte und Ende zerschnitten und von einer anderen Gruppe wieder sortiert werden. Was nebenbei eine schöne Übung ist, um den Aufbau von Geschichten in Einleitung, Hauptteil und Schluss zu trainieren.

Eine weitere Möglichkeit, die Geschichten vorzustrukturieren, sind themenbezogene Mindmaps oder Wortigel. So könnte als Thema „Die Überraschung“ in der Mitte des Wortigels stehen. Im Plenum oder in Gruppen werden nun Unterpunkte für die Geschichte gefunden (Protagonist Alex bekommt Besuch / Es sind seine Eltern / usw.). Als Tipp: Zwei bis drei Figuren in der Geschichte sorgen für Spannung, wobei die Themen Liebe, Freundschaft, Nachbarn, Familie und Essen immer sehr ergiebig sind. In stärkeren Kursen kann auch mittels bildgesteuerter Impulse (Bildergeschichten oder Fotos) gearbeitet werden.

Ist das freie Schreiben in einer Gruppe gänzlich ungewohnt, so beginnt man am besten damit, die Teilnehmenden das Ende einer Foto- oder Hörgeschichte (das geht auch aus dem Lehrbuch) selbst schreiben zu lassen.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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