arrow-down arrow-to-left arrow-to-right arrow-up bc-left check delete download facebook google-plus home map menu print search smiling three-lines top-left twitter youtube
{11} 2018

Reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist

Jeder Kursleitende möchte seine Teilnehmenden zum Sprechen bringen. Allerdings ist der organisatorische Rahmen dafür ziemlich eng.

Kommunikation ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Im Fremdsprachenunterricht ist die Kommunikationsfähigkeit der Teilnehmenden das Ziel. Nur gelingt es oft nicht, die Teilnehmenden im Kursraum auch tatsächlich zum Sprechen zu bewegen.

Das kann verschiedene Ursachen haben. Allerdings gibt es Tricks und Kniffe, die es ermöglichen, kommunikative Situationen im Kursraum zu erzeugen und so auch „sprechfaule“ Teilnehmende aus der Reserve zu locken. Aber wie funktioniert effektives Sprechtraining im Sprachunterricht?

Die goldene Regel für den Einstieg lautet: Was man nicht hört, kann man nicht sprechen. Gezieltes Hören ist also eine Voraussetzung. Die Produktion folgt der Rezeption. Das Klangbild einer Sprache, die Aussprache der Laute, Betonungsmuster und Prosodie sollten immer wieder bewusst gehört werden, da so die Klangbilder im Gehirn verankert werden können.

Nachsprechen ist ein oft unterschätztes Mittel auf dem Weg zur Sprechfertigkeit. Dabei sollte das Augenmerk auf die Wahrnehmung der eigenen Aussprache gelegt werden. Aber nicht jeder Teilnehmende kann seine eigene Aussprache wahrnehmen. Hier helfen Smartphones mit ihren Diktierfunktionen. Und damit kommen wir auch schon zum rhythmischen Sprechen mit Bewegung: Klatschen, Klopfen und Gehen kann man nicht nur beim Artikulations- und Silbentraining bewusst einsetzten. Auch ganze Sätze und kurze Texte können durch rhythmische Bewegung unterstütz werden, was für zusätzliche Verankerung sorgt und die Gedächtnisleistung fördert.

Das gezielte Sprechtraining braucht Zeit, die im Unterricht meistens knapp ist. Daher empfehlen sich Methoden, die das gleichzeitige Sprechen mehrerer Teilnehmenden ermöglichen. Dialogsituationen in Gruppenarbeit, Kugellager oder Aufgabenstellungen, bei denen die Teilnehmenden untereinander Informationen austauschen, bieten sich an. Um das Mitteilungsbedürfnis auch im Unterricht wachzurütteln, empfehlen sich kommunikative Aufgabenstellungen. So ist es viel spannender, einem Teilnehmenden die Aufgabe zu erteilen: „Gehen Sie auf den Markt und kaufen Sie ein 'Schnirtz'“, als „Spielen Sie eine Dialogsituation auf dem Markt“.

Was ist ein „Schnirtz“? Nun, das werden sich die anderen Teilnehmenden, die die Verkäufer spielen, auch fragen. Als Kursleitender können sie nun abwarten - denn hier beginnt Kommunikation. Schauen Sie einfach, was Ihre Teilnehmenden daraus machen. (Wie Einkaufsdialoge auf Deutsch funktionieren, sollte selbstverständlich bekannt sein.)

Motivierende Sprechanlässe sind solche, die Fragen erzeugen oder uns anregen, etwas weiterzuerzählen. Bilder, aber auch Geschichten, können dafür Auslöser sein. Auch Wettbewerbssituationen und erwachsenengerechte Spiele bringen Schwung in die Gruppe. Lassen Sie Ihren Teilnehmenden also einfach mal die Schnäbel wachsen!

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

Weiterempfehlen: