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Oktober 2019

Positives Gruppenklima – Wie geht das?

Es ist kein Geheimnis: Lernen findet dann statt, wenn Vertrauen vorhanden ist.

Der Beziehungskontext zwischen Lehrperson und Lernenden ist eine determinierende Variable für erfolgreiches Lernen (Ericsen). Anders ausgedrückt sorgt ein positives Gruppenklima dafür, dass die Lernenden bereit sind, mitzumachen, sich zu engagieren, Aufgaben zu übernehmen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Was ist das Geheimnis für eine positive, also lernfördernde Stimmung in der Gruppe? Es gibt natürlich kein Geheimrezept, aber verschiedene Komponente, an denen man Schrauben kann, wie an einem Oldtimer, den man wieder zum Fahren bringen möchte.

Da sind zum einen die eigene Freude am Lernen, die eigene Neugier und die Lust auf die Arbeit mit der Gruppe, die wie lebendige Funken am Schmelzofen von ganz allein überspringen. Aber auch die Öffnung des Unterrichts hin zum Ausprobieren, anstatt reinem Reproduzieren von Erlerntem, ist ein wichtiges Element. Des Weiteren ist die Lerner- oder auch Teilnehmerorientierung von Bedeutung – also Themen und Interessen der Lernenden berücksichtigen und diese mit den Lerninhalten verknüpfen. Im Sprachunterricht ist das die kleinste Hürde. Sich über die Familie austauschen, gemeinsames Essen sowie berufliche Erfahrungen sind kommunikative Anlässe, über die die Lernenden gerne sprechen. Auch Rituale, Dinge, die immer wieder gemeinsam gemacht werden, sorgen für ein positives Klima in der Gruppe.

Ebenfalls ist das Etablieren einer Feedbackkultur eine der wichtigen Stellschrauben. Feedback meint hier u.a. das regelmäßige Rückkoppeln, ob es Fragen gibt, ob die Aufgabe schwer oder leicht war, ob es Vorschläge gibt usw. Und nicht zuletzt spielt der Unterrichtsraum eine ganz wesentliche Rolle für ein positives Gruppenklima. Selbst wenn man an Farbe und Mobiliar als Kursleitender oft wenig ändern kann, an der Ausgestaltung des Raumes kann man immer etwas machen. Am besten mit selbst hergestelltem Unterrichtsmaterial, mit Lernpostern und allem, was im Unterricht entsteht. Auch eine Blume wirkt Wunder.

Ebenso ist die Beziehungsgestaltung zwischen Kursleitenden und Lernenden elementar. Hier geht es also um die persönliche Ebene, wobei die Balance zwischen Nähe und Distanz wichtig ist, da es nicht darum geht, im emotionalen Engagement förmlich auszubluten.

Man kann das vielleicht am besten mit professioneller Nähe beschreiben. Wege zur professionellen Nähe führen über das gemeinsame Handeln, wie es z.B. im aufgabeorientierten Unterricht ermöglicht wird. Auch ein sich aufeinander Einlassen, was ebenso die Lernenden untereinander meint, die gegenseitige Empathiefähigkeit also, sorgt für eine vertrauensvolle Umgebung im Kurs. Das Stichwort lautet Achtsamkeit gegenüber anderen Personen. Gemeint ist damit z.B. so etwas wie die gemeinsame Freude an den kleinen Lernerfolgen oder auch das Feiern der großen Etappen, die im Sprachkurs ein Modulende sein können.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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