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August 2017

Mnemotechniken III

Die Loci-Methode

Schon vor vielen Jahrhunderten, als man noch nichts von den heutigen Erkenntnissen der Neurodidaktik wusste, waren Mnemotechniken der Schlüssel zur Steigerung der Gedächtnisleistung.

Eine der Methoden zum Behalten komplexer und neuer Sachverhalte, neben der Visualisierung und der Schlüsselwortmethode, ist die Loci-Methode. Die Bezeichnung loci ist der Plural des lateinischen Wortes locus, auf Deutsch Ort. Die Methode ist auch als Routenmethode bekannt. Die Idee der Loci-Methode ist es, räumliche Vorstellungen mit Informationen zu verknüpfen. Bereits Cicero soll diese Methode für seine langen, auswendig gehaltenen Reden genutzt haben. Unser Hirn kann ortsbezogene Daten einfach besser abspeichern. Das räumliche Erinnerungsvermögen ist in der Regel sehr präzise und verlässlich. Viele Kursleitende kennen diesen Effekt übrigens aus neuen Gruppen, wenn Sie sich mit viel Mühe die Namen der Teilnehmenden eingeprägt haben und diese am nächsten Tag an anderen Plätzen sitzen - da muss dann doch wieder das Namensschild her.

Die Loci-Methode funktioniert im Wesentlichen in drei Schritten und wie alle Gedächtnistechniken nimmt sie zuerst einmal Zeit in Anspruch. Der Effekt kommt hinterher, wenn das memorierte Wissen wie auf Knopfdruck da ist.

Im ersten Schritt legt man sich eine Route zurecht. Im zweiten findet man Schlüsselwörter für das Lernthema (z.B. Mindmap) und im dritten verknüpft man die einzelnen Punkte auf der Route mit seinen Schlüsselwörtern - möglichst lebendig, farbig und humorvoll. Die Route, die man wählt, kann entweder ein gut bekannter, tatsächlich existierender Weg sein (der Weg zum Kursort, durch die eigene Wohnung, durch das Gebäude, in dem der Kurs stattfindet, der eigene Körper usw.) oder ein erdachter, dafür aber detailreicher Weg.

Ganz real kann man mit seiner Gruppe einmal das Kurgebäude (oder die Umgebung) ablaufen und eine derartige Route festlegen. Man kann beispielsweise mit neutralen Nomen beginnen, die auf dieser Route positioniert werden. Ein Buch, ein Heft und ein Bild (unbedingt mit sichtbarem Artikel das) stehen dann an der Eingangstür, auf der Treppe und im Kursraum.

Das besondere an der Loci-Methode ist, das die Inhalte in einer bestimmten Reihenfolge abrufbar sind, nämlich in der Reihenfolge, in der wir gedanklich die Routenpunkte ablaufen. Das macht diese Methode besonders sinnvoll für komplexeren Lernstoff, für Präsentationen, sogar Lerneinheiten der Grammatik (z.B. die Partizipien), Nacherzählungen usw. Wie immer gilt es, sich schrittweise mit der Technik vertraut zu machen und mit wenigen und leichten Inhalten zu beginnen. Je mehr Routen zur Verfügung stehen, um so mehr Informationen können gespeichert werden, denn es ist nicht ratsam, dieselbe Route für verschiedene Inhalte zu benutzen, da es sonst zu Verwechslungen kommen kann.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

Bild (c) Fotolia, Blend Images

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