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Juli 2017

Mnemotechniken II: Die Schlüsselwortmethode

Vokabelpauken adé – wie Schlüsselworte funktionieren

Cicero schildert in seinem Rhetoriklehrbuch „De Oratore“ wie der Dichter und Staatsmann Simonides von Keos nach dem Einsturz ein Hausdaches die darunter begrabenen Personen lediglich anhand seiner Erinnerung an die Sitzordnung des Festmahls, über das das Unglück hereingebrochen war, identifizieren konnte.

Derartige Gedächtnisleistungen funktionieren nur mit Hilfestellungen fürs Gehirn den Mnemotechniken, als deren Urvater Simonides gilt. Das Geheimnis gut funktionierender Gedächtnishilfen sind die Vereinfachung des Inhalts, die Verknüpfung mit vorhandenem Wissen sowie die Verknüpfung mit Bildern (Visualisierung).

Derartige Bilder müssen lebhaft sein, wie ein Film vor dem inneren Auge ablaufen, mit anderen Sinnen verknüpft sein (Was hört man? Wie riecht es?) und natürlich an den Emotionen rühren am besten in Richtung absurd und bizarr.

Mnemotechniken im Unterricht erleichtern nachweislich den Lernprozess. Das Anwenden erfordert allerdings, zumindest zu Beginn, etwas Übung und Konzentration. Der Zeitaufwand ist aber gut investiert, da die Lerninhalte (Vokabeln, Artikel, Präpositionen etc.) später sitzen.

Die Schlüsselwortmethode ist eine der Mnemotechniken, die sich im Sprachunterricht bewährt hat und für das Lernen von Vokabeln zu empfehlen ist, vor allem im fortgeschrittenen Niveau. Hierbei sucht man für das zu lernende neue Wort ein phonetisch ähnliches in der Muttersprache (oder einer anderen fest verankerten Sprache). Dann bastelt man sein ganz persönliches mentales Bild aus Schlüsselwort und neuer Vokabel und lässt es vor dem inneren Auge hin und her laufen.

Nehmen wir zum Beispiel das französische Wort „chien“ für Hund. Es klingt wie das deutsche Wort Ski. Nun kann man sich einen Hund vorstellen, der auf Skiern einen schneebedeckten Hang herunterrast. Dabei flattern seine Ohren im Wind.

Wichtig ist die akustische Ähnlichkeit zwischen der Vokabel und dem Schlüsselwort. Außerdem sollte das Schlüsselwort ein gut zu merkendes Bild hergeben, wie im Beispiel mit dem Hund auf Skiern. Um nicht durcheinander zu kommen, wählt man natürlich pro Schlüsselwort auch nur eine Übersetzung.

Im Kurs kann es zu Beginn hilfreich sein, die Schlüsselworte vorzugeben oder gemeinsam zu finden. Die bildhafte Vorstellung müssen die Teilnehmende dann unbedingt selbst herstellen. Also dann Kopfkino an!

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