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Mai 2018

Mit Wochenplänen die Wortschatzarbeit steuern

Mit Wochenplänen können Teilnehmende in Deutschkursen ihren Lernprozess selbst gestalten.

Es gilt als nachgewiesen, dass Lernende von dem, was sie lesen, lediglich 10 %, von dem, was sie hören, nur 20 % und von dem, was sie sehen und hören, nur 50 % behalten (Vaupel 1995). Eine nachweisliche Steigerung der Behaltensleistung wird erst erreicht, wenn der Lernende sich selbstständig aktiv mit dem jeweiligen Thema auseinandersetzt. Das bedeutet, dass eigene Lösungs- und Lernwege auszuprobieren sind, dabei Fehler gemacht werden und schließlich aus den Fehlern gelernt wird.

Die Arbeit mit Wochenplänen ist im Schulbereich oftmals ein selbstverständlicher Bestandteil des offenen Unterrichts. Dabei erhalten die Schüler zu Beginn der Woche präzise aufgelistete Aufgaben aus den verschiedenen Fächern, die sie im Rahmen des jeweiligen Unterrichts selbstständig lösen.

Auch im Integrationskurs kann das funktionieren – mit lernungewohnten Teilnehmenden natürlich etwas kleinschrittiger. Wichtig ist, dass die Aufgaben für die Woche abrechenbar und transparent sind. Im Integrations- wie übrigens auch bereits im Alphabetisierungskurs, könnte das wie folgt aussehen:

Wortschatzarbeit ist ein wichtiges Thema und das „Vokabelpauken“ zu Hause kommt bei den Teilnehmenden in der Regel zu kurz. Ein überschaubares und transparentes Wochenziel wäre z. B., die Lernwörter der Lektion bis zum Wochenende zu beherrschen. In langsamen Gruppen sollte man das Pensum reduzieren und in kleinere „Häppchen“ aufteilen.

Von nun an sollte täglich eine Selbstlernphase im Unterricht eingeplant werden. 30 bis 40 Minuten pro Tag können bereits völlig ausreichend sein. In dieser Selbstlernphase erhalten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich mit dem Lernwortschatz der Woche individuell zu beschäftigen.

Dabei ist es hilfreich, den Teilnehmenden entsprechende Lernstrategien zu vermitteln. So muss neuer Wortschatz unter Beachtung der verschiedenen Wahrnehmungskanäle erlernt werden. Neue Vokabeln sollten gelesen, geschrieben, gehört, gesprochen und schließlich in einen sinnvollen Kontext eingebettet werden. Solche Kontexte können Über- und Unterordnungssysteme sein oder komplette Sätze (Fragen), in denen die entsprechende Vokabel vorkommt.

Um den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben ihren Lernerfolg einzuschätzen, wird am Freitag schließlich ein Diktat geschrieben, an einem Lückentext gearbeitet oder ein Test in einer anderen Form durchgeführt. Die Auswertung der Ergebnisse ist enorm wichtig, denn anhand dieser Überprüfung können die Teilnehmenden einschätzen, ob ihr Lernweg erfolgreich war.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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