arrow-down arrow-to-left arrow-to-right arrow-up bc-left check delete download facebook google-plus home map menu print search smiling three-lines top-left twitter youtube
April 2017

Mit klaren Zielen zum Studium

Die SMART-Methode im Sprachunterricht

„Wer vom Ziel nichts weiß, kann den Weg nicht finden.“ – oder wie man seine Teilnehmenden bei der Formulierung ihrer Lernziele unterstützen kann

Wer weiß, wo er hin will, kommt schneller ans Ziel. Er weiß, was er zu tun hat und in welcher Reihenfolge. Er vermeidet Umwege und kann Prioritäten setzen. Je fortgeschrittener das Niveau beim Sprachenlernen, desto wichtiger wird eine Zieldefinition für die Teilnehmenden.

Eine sehr brauchbare Methode, Ziele zu definieren, stammt aus dem Projektmanagement, wo man gezwungen ist, innerhalb eines festgesteckten Zeitrahmens Ergebnisse vorzulegen, an denen ein ganzes Team gemeinsam arbeitet. Um das so effektiv wie möglich zu gestalten, doppelte Arbeitsgänge zu vermeiden und um Kompetenzen voll auszuschöpfen, arbeitet man mit der SMART-Methode.

SMART steht für Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminiert. Spezifisch bedeutet, dass am Beginn der Zieldefinition eine eindeutige, vor allem aber positiv formulierte Aussage steht. Am besten in einem einzigen Satz.

„Ich will die C1-Prüfung schaffen“ ist zwar ein lobenswertes Ziel, aber eher ungeeignet, weil es viel zu unkonkret ist. Hier hilft es, mit Fragen nachzuhaken. „Ich will an der Aussprache arbeiten“, ist schon etwas besser, aber immer noch zu schwammig. Je konkreter das Ziel ist, desto weniger kann es auf dem beschwerlichen Weg „entwischen“. Die Teilnehmenden sind in dieser Phase der Zielfindung damit beschäftigt, Lernprobleme, Schwierigkeiten und Erwartungen zu analysieren.

„Ich möchte Vorträge flüssig und abwechslungsreich intoniert halten.“ Damit wird ein Ausgangswert bestimmt und eine Vorstellung über ein zu erreichendes Ergebnis formuliert. Das Einkreisen des Ziels nimmt am meisten Zeit in Anspruch, da man genau die Schwächen analysieren und die Formulierung auf den Punkt bringen muss. Die goldene Regel: Es gibt bei der Zieldefinition kein „kein“ oder „nicht“. Auch die Verben sind entscheidend: „Ich möchte Vorträge trainieren“, enthält nicht die Leistungssteigerung. Das Ziel wäre hier, liest man genau, ein andauendes Üben. Das wiederum kann nicht der Sinn eines Lernziels sein.

Der Rest ist ein Klacks. Ein Ziel muss Messbar sein. In dem Beispiel kann man mit Aufnahmen im Smartphone und mit Feedback arbeiten. Attraktiv heißt, das Ziel muss von allen akzeptiert sein. Hier spielt u.a. die positive Kraft der Gruppendynamik eine besondere Rolle, die man im Hinblick auf Lerngruppen und und -patenschaften nutzen sollte.

Realistisch bedeutet, die Teilnehmer daran zu erinnern, dass man nur einen Schritt nach dem anderen gehen kann. Niemand kann erwarten, eine Podiumsdiskussion zu meistern, wenn nicht vorher schrittweise das Argumentieren, Aus- und Bewerten, Zusammenfassen etc. geübt wurden. Ebenso wichtig ist das Terminieren. Steht ein Zeitpunkt fest, gehen wir koordinierter und zielstrebiger voran. Und nicht vergessen: Ziele müssen unbedingt schriftlich festgehalten werden!

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

Bild (c) Fotolia, Blend Images

Weiterempfehlen: