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August 2017

Mit Humor durch den Kursalltag

Alltagssprache mit Witz trainieren

Humor ist per Definition die Fähigkeit, den Unzulänglichkeiten der Welt und der Menschen, den Schwierigkeiten oder Missgeschicken heiter und mit einem Augenzwinkern zu begegnen. Sehr treffend ist das in dem einfachen Satz „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ auf den Punkt gebracht, der vermutlich aus der Feder des Schriftstellers Otto Julius Bierbaum (1865 - 1910) stammt.

Humor im DaF/DaZ-Unterricht ist sehr wichtig. Nicht nur, weil die Lernenden auf diese Weise Informationen über die Kultur und Mentalität eines Volkes erhalten, sondern auch weil die Sprache in Kurzgeschichten, Anekdoten und Witzen sehr bildhaft ist und äußerst nah an der Alltagssprache. Das Beherrschen der Umgangssprache ist für Fremdsprachenlernende ebenso wichtig wie die Register des förmlichen und offiziellen Sprachkontextes.

Mit humorvollen Geschichten ist man also nah an der Authentizität der Alltagskommunikation und kann diese spielerisch in den Kursalltag einbetten. Die Kursteilnehmenden erfahren auf unterhaltsame Weise gleichzeitig etwas über die deutsche Kultur und Lebensweise sowie über Denkweisen und Einstellungen über das, was in der Gesellschaft vor sich geht.

Sprachlich können feste Redewendungen und situationsabhängige Ausdrücke sowie neue Vokabeln im Kontext erlebt und trainiert werden. Durch Dialogübungen, Wiederholungen, Rollenspiele, Transfer einer humorvollen Situation, das Reagieren darauf und die Präsentation im Kurs wird die mündliche (und schriftliche) Sprachproduktion geübt und man hat gleichzeitig Spaß daran. Eine Gruppe, in der viel gelacht wird, kommt auch gern zum Sprachkurs.

Einsatzmöglichkeiten für humorvolle Geschichten und Witze liegen besonders auf den Gebieten der Phraseologie, des Wortschatz- und des Dialogtrainings. Witze bieten gleichermaßen Sprech- und Schreibanlässe, eigenen sich aber auch für Themeneinstiege und lockern die Unterrichtssituation erheblich auf.

Jeder kennt die breite Palette an Witzen über Berufsgruppen. Ganz vorn rangieren da Polizisten, aber auch Ärzte, Lehrer oder Jäger bekommen ihr Fett ab. Solche Witze lassen sich zum kontextbezogenen Lernen gut in Berufssprachkursen und für berufsbezogene Themen einsetzen.

Sprachwitze, deren Pointen auf doppeltem Wortsinn beruhen, erfordern ein höheres Sprachvermögen. Der Sinn kann oftmals nicht übersetzt werden und muss im Kurs erklärt werden. Ist die Pointe dann geknackt, sind die Teilnehmenden tatsächlich erfreut und oft sogar stolz.

Auch ausgewählte Nationen- und Ethnowitze lassen sich im DaF/DaZ-Unterricht einbauen. Sie beinhalten oftmals überzogene Interpretationen des Eigenen und des Fremden und beruhen auf Klischeevorstellungen, die sie aufs Korn nehmen. Gut ausgewählt, können sie ein wichtiges Element auf dem Gebiet des interkulturellen Lernens sein.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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