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März 2017

Lernposter im Daz-Unterricht

Wo hört der „Spaß“ auf und fängt die „Arbeit“ an?

Bunt gestaltete Lernposter sind ein wichtiger Motor im Lehr- und Lernprozess des Fremdsprachenunterrrichts. Aber wo hört der „Spaß“ auf und fängt die „Arbeit“ an?

Die positive Gestaltung der Lernumgebung mit anschaulichen Postern ist ein wichtiger Aspekt im DaZ-Unterricht, da sich die Stimulierung der verschiedenen Wahrnehmungskanäle positiv auf den gesamten Lernprozess auswirkt. Am effektivsten wirken Lernposter, wenn sie von den Teilnehmern selbst gestaltet werden.

Allerdings reicht es bei Weitem nicht aus, mal eine entspannte Bastelrunde in den Kursprozess einzubauen und schöne bunte Bilder im Raum aufzuhängen. Ein Poster ist niemals nur Mittel zum Zweck, damit die Teilnehmer etwas Schönes für ihren Raum gestalten. Das Anfertigen von Lernpostern ist ein komplexer Prozess, bei dem die Teilnehmer Fähigkeiten und Fertigkeiten trainieren, die für den gesamten Lernprozess (auch außerhalb des Kursraumes) von Bedeutung sind.

Material muss ausgewählt und strukturiert, Inhalte auf das Wesentliche reduziert werden. Das bedeutet, dass in der Auseinandersetzung mit dem Lernposter Fähigkeiten des Abstrahierens, Zusammenfassens oder Über- und Unterordnens angewandt werden. Bereits vorhandenes Vorwissen wird dabei aktiviert und Wissenslücken werden bewusst gemacht. Selbstständig entscheiden die Teilnehmer, was auf das Poster kommt und wie. Dazu wird Unwesentliches von Wesentlichem getrennt und konzeptionelles Denken ist gefordert.

Im DaZ-Unterricht empfiehlt es sich, Poster immer in Gruppenarbeit anfertigen zu lassen. In heterogenen Gruppen entstehen so ganz nebenbei Redeanlässe. Die Teilnehmer müssen diskutieren, Vorschläge formulieren, auf die Ideen anderer eingehen oder Kompromisse schließen. Die Fähigkeit kooperativ zu handeln wird entwickelt und der Umgang mit Zeitvorgaben wird trainiert.

Formell ist zu beachten, dass Lernposter immer eine Überschrift brauchen. Sie sollten eine Größe haben, die im Kursraum auch aus einiger Entfernung gelesen werden kann, bestenfalls im A3 Format. Die wichtigste Grundregel aber lautet: Weniger ist mehr.

Sind die Poster fertig, ist der Lehr- und Lernprozess allerdings noch lange nicht beendet. Um ein nachhaltiges Ergebnis zu erzielen, ist es unabdingbar, in einer Präsentationsrunde die Ergebnisse zu besprechen. Die Poster werden in einem Vortrag präsentiert. Hier ist die gesamte Gruppe gefragt, denn Feedback ist das Geheimrezept. Eventuelle Rechtschreibfehler werden gemeinsam korrigiert, die Wirkung des Posters besprochen und diskutiert. Die Poster bleiben anschließend für den weiteren Unterrichtsprozess präsent und können beliebig erweitert werden. Niemals sollten sie sich jedoch zu einer Art Dauerausstellung im Kursraum entwickeln. Mit Abschluss des jeweiligen Themas gehören sie von der Wand. Am besten, weil neue Poster Platz brauchen.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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