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Juli 2019

Lernende aktivieren – so geht´s

Aktive Lernende wünscht sich jeder Kursleiter – mit ein paar Tricks kann das auch gelingen.

Zum Sprachenlernen gehört neben der Aufnahme von Wissen unbedingt auch die Verarbeitung des Wissens. Beides sind ganz elementare Prozesse bei jeglicher Art des Lernens. Das kann man sich ein bisschen wie in Willy Wonkas Schokoladenfabrik vorstellen. Es reicht nicht einfach nur die Zutaten bereit zu stellen. Erst wenn alles schön durcheinandergerührt, vermischt und verziert wurde, kommt am Ende auch etwas Gutes heraus.

Damit die Lernenden neues Wissen verarbeiten können, ist es wichtig, sie zum selbstständigen Denken, und da wir beim Sprachenlernen sind, auch zum Anwenden der Sprache, zu verführen. An dieser Stelle kommen praktisch die Umpa Lumpas ins Spiel – sehr fleißige kleine Wesen, die der Schokolade den individuellen Touch verabreichen, praktisch die „Vernetzer“ im Wissensspeicher Gehirn.

Neu erworbenes Wissen kann nachweisbar besser in die kognitiven Strukturen aufgenommen und gespeichert werden, wenn die Lernenden es individuell verarbeiten. Dieser Prozess braucht Zeit, sollte die Lernenden herausfordern und darüber hinaus ermöglichen, dass sie die Sprache im Kurs auch anwenden können. Es geht also viel mehr um die Sprachkompetenz als um das Sprachwissen.

Wie gelingt es nun, die Lernenden zu aktivieren? Am besten mit einem goldenen Los, das bei den Lernenden ein Riesenfragezeichen erzeugt, also die Neugier weckt. Es hängt maßgeblich von der Art des Unterrichtes ab, ob für die Aktivität der Lernenden auch Raum und Zeit vorhanden ist. Alle offenen Unterrichtsformen bieten dafür auf jeden Fall Gelegenheit. Auch bereits die Wahl der Sozialform lässt für die Aktivierung der Lernenden viel Spielraum.

Ebenfalls im Handwerkskoffer der Kursleitenden und oft unbewusst eingesetzt ist die Aufforderung der Lernenden durch Mimik und Gestik. Hierhin gehören auch direkte Fragen, wobei natürlich die offene Form der Fragestellung gewählt werden sollte, damit die Lernenden nicht nur „Ja“ oder „Nein“ antworten können.

Was immer funktioniert, sind unvollständige Sätze, Bilder, Hörtexte oder Geschichten. Es scheint, dass Unvollständiges uns anregt, nachzudenken, den Faden weiterzuspinnen. „Was wäre wenn?“, oder „Wie geht es eigentlich weiter?“, sind die Klassiker im Sprachunterricht.

Wichtig bei all dem ist, dass den Lernenden genug Zeit gelassen wird, um auch aktiv zu werden.  Das bedeutet für die Kursleitenden, auch einmal die Stille auszuhalten. Die eigenen Gedanken ankurbeln, ist eben auch ein bisschen wie in der Schokoladenfabrik - die Maschinen müssen erst einmal warmlaufen.


Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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