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Juni 2018

Leistungsbewertung

Erwachsene Lernende wollen wissen, wo sie stehen. Sie brauchen eine Beurteilung ihrer Leistung, die differenzierter ist als „gut“ oder „geht so“.

Gerade mit Fokus auf die bevorstehende Prüfung ist es wichtig, die Leistungen der Teilnehmenden in den Alphabetisierungs- und Integrationskursen regelmäßig zu bewerten – und das möglichst nicht erst drei Wochen vor der Prüfung.

Aber wie geht man vor, um vor allem leistungsschwache Teilnehmende nicht dauerhaft zu demotivieren?

Ein guter Einstieg ist die Kennenlernphase, in der man mit der Einschätzung und Beurteilung der individuellen Lernstände sowie des individuellen Wissens und Könnens der Teilnehmenden startet. Von hier ausgehend lassen sich die persönlichen Ziele mit den Teilnehmenden besprechen. Denn: Ohne Ziel kein Weg.

Ist man mit seiner Gruppe dann auf den manchmal verschlungenen Pfaden des Deutschlernens unterwegs, sollte regelmäßig geprüft werden, ob das vermittelte Wissen bei den Teilnehmenden angekommen und nun auch abrufbar ist. Dazu bieten sich Lernfortschrittskontrollen, Vokabeltests oder Testprüfungen an.

Vokabeltests sollten den neuen Wortschatz grundsätzlich im Kontext abfragen und können in Form von Diktaten, Partnerdiktaten, Lückentexten, Laufdiktaten u.ä. durchgeführt werden. Lernfortschrittskontrollen können beispielsweise als Dialoge zum Thema „Was hast du am Wochenenden gemacht“ stattfinden. Auch ein im Kurs erarbeiteter Vortrag oder eine Präsentation können bewertet werden, um die mündlichen Fertigkeiten zu überprüfen. Ebenso eignen sich Briefe oder eine E-Mail, die als Hausaufgabe aufgegeben werden, bis hin zu selbst erstellten Postern.

Wichtig ist, dass die Form der Bewertung transparent ist. Punktesysteme haben sich hierbei bewährt. Im Alphabetisierungsbereich kann man gut mit Smileys arbeiten, wobei entweder die Anzahl der Smileys oder ihr Ausdruck variieren können. Eine individuelle Besprechung der Ergebnisse hat einen enorm großen Effekt auf die Lernmotivation. Nicht hilfreich ist es, wenn dabei ungenügende Leistungen aus Angst vor Demotivation nicht kenntlich gemacht oder den Teilnehmenden nicht bewusst werden.

Gerade bei unzureichender Leistung sollte im Anschluss gemeinsam die „Schwachstelle“ gefunden werden (ist es die Verbstellung im Weil-Satz oder klappt die Konjugation nicht?). Es ist sehr hilfreich für die Teilnehmenden, wenn man sie auf einen wesentlichen Punkt aufmerksam macht und daraus ein Ziel für das individuelle Üben formuliert.

Transparenz der Ergebnisse erreicht man auch, wenn man alle Leistungsbewertungen tabellarisch sammelt und sie in regelmäßigen Abständen mit den Teilnehmenden gemeinsam bespricht.

Kontinuierliche Rückmeldung und Lernberatung sind wie die Streckenposten der Lernentwicklung – sie zeigen den Teilnehmenden, wo sie angekommen sind und wie viel Weg noch vor ihnen liegt.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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