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Mai 2019

Kann man mit Wortschatzlisten effektiv Vokabeln lernen?

Wie Sie Vokabelarbeit erfolgreich und effektiv gestalten und Schwachstellen gezielt vermeiden.

Wortschatzlisten findet man in Lehrbüchern, im Internet, als App und viele schwören auf Vokabelhefte. Aber ist die Arbeit mit Listen überhaupt effektiv?

Listen zum Wortschatzlernen haben definitiv Schwachstellen. Eine davon ist, dass die Lernenden sich die Wörter immer in derselben Reihenfolge merken. Sie lernen also eher, was als Nächstes kommt, als die korrekte Vokabel.

Vokabelarbeit mit Wortschatzlisten ist nur erfolgreich, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden. So ist an erster Stelle zu beachten, dass neuer Wortschatz auf der semantischen, phonlogischen, graphischen, grammatikalischen sowie stilistischen Ebene eingeführt und eingeübt wird.

Auf semantischer Ebene muss also zuerst einmal die Bedeutung geklärt sein. Hilfreich ist es hier, mit Visualisierungen zu arbeiten. Bei Substantiven eignen sich auch Gegenstände im Raum, die mit Namensschildern beklebt werden. Diese Methode ermöglicht obendrein eine räumliche Zuordnung, was den Erinnerungseffekt unterstützt. Darüber hinaus ist es wichtig, die Lernenden explizit aufzufordern, die Wörter in ihre Muttersprache zu übersetzen, da man davon ausgeht, dass bis zum Niveau B1 die bereits fest verankerten Sprachen beim Lernen der neuen Sprache aktiviert werden.

Auf phonetischer Ebene geht es um genaues Hören und Nachsprechen und auf der graphischen um die Schreibweise. Neue Wörter sollten immer im Zusammenhang mit anderen Wörtern erlernt werden, was auf grammatischer wie stilistischer Ebene besonders sinnvoll ist. Überhaupt erleichtern Über- und Unterordnungen, Kategorisierungen oder auch Antonyme das Vokabellernen. Die Vorteile des vernetzten Lernens liegen auf der Hand: Wissen ist systematisch und sukzessive aufbaubar, wodurch neue Wörter in bestehende Wortfelder und -familien aufgenommen werden können.

Erfolgreiches Vokabellernen hat immer mit Eigeninitiative auf Seiten der Lernenden zu tun, so dass es ebenso ungemein bereichernd ist, im Kurs mit realistischen Zielen und Belohnungen zu arbeiten. Die Wortschatzlisten können also als Vorlage zur intensiven Auseinandersetzung mit dem neuen Wortschatz auf verschiedenen Ebenen dienen, wobei Wiederholungen unbedingt zur Tagesordnung gehören.

Um eine feste Verankerung im mentalen Lexikon zu erreichen, müssen Vokabeln bis zu 100 Mal wiederholt werden. Je mehr Wahrnehmungskanäle dabei zum Einsatz kommen, desto fester ist die Speicherung. Außerdem hat sich die Gedächtnispsychologie mit dem „Rhythmus des Vergessens“ auseinandergesetzt. Als Faustregel gilt, neuen Wortschatz nach einem Tag, drei Tagen, einer Woche und einem Monat zu wiederholen. Den eigenen Lernrhythmus herauszufinden, ist allerdings am besten.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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