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April 2019

Gesprächsformen im Unterricht – Teil 2

Fragend-entwickelnder Unterricht ist eine Form des gelenkten Unterrichtsgesprächs, das viel methodisches Geschick erfordert.

Damit fragend-entwickelnder Unterricht auch seine Funktion erfüllt, sollte er vorbereitet und strukturiert sein. Das bedeutet auch, dass die Lernenden über Ziel und Gegenstand des Unterrichtsgesprächs informiert sind.

Die Grundhaltung des Kursleitenden ist die der wertschätzenden Zuwendung. Es gibt dabei keine richtigen oder falschen Beiträge. Alles wird ernst genommen, eventuell nachgefragt, Unverstandenes wird geklärt. Damit das gelingt, stehen dem Kursleitenden verschiedene Techniken der Gesprächsführung zur Verfügung.

Die wichtigste ist die Technik des aktiven Zuhörens. Dadurch wird Aufmerksamkeit signalisiert. Das gelingt durch Kopfnicken, eine zugewandte Körperhaltung sowie durch Notizen machen.

Eine weitere Technik ist die des Öffnens der Gruppenkommunikation, indem die Beiträge der Teilnehmenden nicht durch den Kursleitenden beantwortet, sondern an die Teilnehmenden weitergegeben werden („Finden Sie das auch?“/ „Was meinen Sie dazu?“ usw.).

Eng damit verknüpft ist die Notwendigkeit, den Teilnehmenden ausreichend Zeit zu lassen. Jeder Mensch benötigt Zeit, sich über ein bestimmtes Thema Gedanken zu machen und diese schließlich auch zu formulieren. Das bedeutet, es darf durchaus auch Stille herrschen. Innerlich kann man dabei langsam von 21 bis 25 zählen. Es ist auch möglich, den Teilnehmenden erst einmal Zeit zu geben, sich untereinander auszutauschen, bevor es zum Gespräch in der Gruppe übergeht.

Sollte das Gespräch eine ungeeignete Wendung nehmen, so gilt es, Beiträge von Teilnehmenden wieder aufzugreifen und so indirekt zu lenken. Bei all dem spielt das Thema Rückmeldung eine wichtige Rolle. Sie sollte keinesfalls wertend sein, sondern durch Wiederholung oder, wenn ein Beitrag miss- oder unverständlich ist, die Bitte zu präzisieren, erfolgen.

Ein weiteres Mittel der Gesprächslenkung ist das Strukturieren und Kategorisieren. Dabei werden die Beiträge geordnet und die Zusammenhänge hervorgehoben. Das steht in enger Verbindung zur Technik der Gewichtung. Dabei kann man auch Teilnehmende bitten, die Beiträge zum Thema in Beziehung zu setzen.

Damit das Unterrichtsgespräch seinen Zweck erfüllt, gilt es, am Ende die Vorgehensweise sowie die Schritte zum Ergebnis transparent zu machen. Außerdem sollte das Ergebnis noch einmal zur Fragestellung in Beziehung gesetzt werden. Übrigens kann es durchaus vorkommen, dass am Schluss des Unterrichtsgesprächs ein fettes Fragezeichen steht, womit die Neugier der Teilnehmenden geweckt wird und Neugier ist bekanntlich die schönste Motivation zum Lernen.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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