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Februar 2020

Gelenktes Schreiben nach Hörtexten

Nach Hörtexten Schreiben braucht viel Vorarbeit.

Mehr als bei der Arbeit mit Lesetexten steht beim gelenkten Schreiben nach Hörtexten die Vorarbeit auf der Tagesordnung. Der Einsatz von Hörtexten im Sprachunterricht sollte grundsätzlich mit einer Hörabsicht versehen sein. Das bedeutet, die Lernenden auf das Thema und den möglichen Wortschatz einzustimmen. Ein mentales Setting muss her, denn die Hörerwartung prägt nachhaltig das Hörergebnis.

Außerdem gilt für den Einsatz von Hörtexten zum gelenkten Schreiben, dass die Lernenden mit den Techniken für Mitschriften und Notizen vertraut sein sollten, da die Textreproduktion ja anhand dieser Notizen erfolgen soll. Solche Stichworte und Notizen klappen natürlich nicht auf Knopfdruck.

Stichworte und Stichpunkte sind praktisch eine eigene Ausdrucksform, die sich beispielsweise durch die Infinitivkonstruktion auszeichnet. Auch Abkürzungen, die durchaus individualisiert sein können und sollen, gehören zum Repertoire. Diese Fähigkeiten aber, Stichworte zu erkennen und Stichpunkte zu formulieren, müssen erst einmal über längere Zeit geschult werden, bevor sie unterstützend für das Schreiben nach Hörtexten eingesetzt werden können.

Allein das Erfassen der wichtigsten Informationen in einem Text ist eine kognitive Fertigkeit, die trainiert werden muss. Eine wesentliche Strategie dabei ist, bei Hörtexten auf Wiederholungen und Satzanfänge zu achten, da in gesprochenen Texten die wesentlichen Informationen vom Sprecher wiederholt werden.

Eine Möglichkeit der Textrekonstruktion, also des gelenkten Schreibens anhand von Hörtexten, ist also die Arbeit mit Schlüsselwörtern, die von den Lernenden in Einzel- oder Gruppenarbeit festgehalten werden und mit deren Hilfe sie dann eigene Texte rekonstruieren. Dabei ist auf eine steigende Progression im inhaltlichen und sprachlichen Schwierigkeitsgrad zu achten. Von kurzen zu längeren Texten, von bekannten zu neuen Inhalten und vom langsamen zum schnelleren Sprechtempo.

Ebenfalls wichtig ist dabei der Umgang mit individuellen Abkürzungen. Hier eigenen sich spielerische Übungsformen, bei denen die Lernenden zum Beispiel Texte mit individuellen Abkürzungen (z.B. „Frg.“ für Fragen oder „Temp.“ für Temperatur) erhalten und mit Hilfe dieser Notizen einen zugrundeliegenden Bericht entschlüsseln. Im nächsten Schritt können in Gruppenarbeit eigene Abkürzungen gefunden und im Austausch untereinander wieder zu Texten verarbeitet werden.

Bei der schriftlichen Textwiedergabe oder -zusammenfassung nach Hörtexten ist es wichtig, dass den Lernenden zu Beginn Stichpunkte oder Fragestellungen vorgegeben sind, mit deren Hilfe das Gehörte zusammengenfasst werden kann. Es geht aber auch Satzanfänge vorzugeben, einzelne Stichworte oder sogar beides parallel, damit die Lernenden ein Gerüst haben, an dem sie entlangschreiben können.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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