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Dezember 2019

Filme im Unterricht

Filme im Kurs bieten mehr als Entspannung, wenn man sie richtig aufbereitet.

Um das Didaktisieren von Filmen für den Deutschunterricht zu erleichtern, eignet sich ein gedanklicher Dreischritt: Was machen die Lernenden davor, dabei und danach? Vor dem Film geht es natürlich um die klassische Vorentlastung, wobei diese weit mehr bieten sollte als Wortschatztraining. Vorentlastung heißt vor allem das Vorwissen aktivieren. Das ist praktisch wie beim Sterne Schauen: Wenn man weiß, dass da ein großer Wagen hängt, kann man ihn auch finden.

Die Vorentlastung baut einen Erwartungshorizont auf, an dem die Lernenden dann eben nicht einfach nur Sterne sehen, sondern ganze Bilder interpretieren können. Schon der Filmtitel gibt Raum für Assoziationen und auch Spekulationen. Hier kann schriftlich oder mündlich gesammelt werden, um welches Thema es geht, was vielleicht passieren könnte, wo und wann es spielt usw. Dabei lässt sich gut mit Assoziogrammen arbeiten. Eine Abwechslung bietende Möglichkeit ist auch, mit einem Standbild zu starten, das eine bestimmte Handlungssituation oder Umgebung zeigt. Die Lernenden können nun mutmaßen, was in dieser Situation passiert, wer die Protagonisten sind oder wo die Handlung stattfindet.

Filme mit Lerneffekt schauen, bedeutet immer, das Schauen durch Fragen zu lenken, so dass während des Films die Aufmerksamkeit der Lernenden eine Richtung erhält. Das hat zum einen den Effekt, dass die Lernenden nicht daran verzweifeln, dass sie „nichts“ verstehen. Zum anderen lassen sich aus diesen Fragestellungen in der Danach-Phase weiterführende Aufgaben ableiten.

Spannend kann hierbei auch sein, wenn einige der Lernenden die handelnden Personen des Films beobachten und anschließend beschreiben, andere dagegen auf ganz bestimmte Orte achten müssen. Auch Schlüsselszenen des Films können durch verteilte Beobachteraufgaben genauer unter die Lupe genommen werden.

Um die Spannung nach dem Film nicht durch ein obligatorisches „so jetzt reden wir über den Film“ abebben zu lassen, können weiterführende Aufgaben ins Spiel gebracht werden. Je nach Bedarfslage in der Gruppe, werden jetzt eigene Dialoge zu einzelnen Szenen entwickelt oder pro und contra-Diskussionen angeheizt. Ein fruchtbarer Ansatz ist hier immer die Perspektivübernahme: „Was würden Sie tun?“

Neben Sprech- können aber auch Schreibaufgaben gemeistert werden, wenn z.B. einem Protagnisten eine Mail oder ein komplett anderes Ende des Films geschrieben werden. Eine beliebte Methode ist auch, den Film kurz vor Schluss zu stoppen, um die Lernenden über das Ende spekulieren zu lassen. Und wenn es sich anbietet, könnten an der Stelle auch Szenarien entwickelt werden, in denen die Lernenden selbst agieren können. Bleibt nur noch zu sagen – Film ab.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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