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Oktober 2017

Einsatz von Wörterbüchern im Deutschkurs – Ja oder Nein?

Der Einsatz von Wörterbüchern im Deutschkurs hat, wie so vieles, Vor- und Nachteile.

Beim selbstständigen Arbeiten mit Wörterbüchern können die Teilnehmenden ihre Lernkompetenz weiterentwickeln. Das selbstständige Lernen wird unterstützt. Nachteilig wirkt sich das Nachschlagen unbekannter Wörter dann aus, wenn andere Strategien zur Texterschließung dabei vernachlässigt werden.

So ist ein bewusster Einsatz von Wörterbüchern im Kurs das A und O. Neben dem selbstständigen Erschließen von Texten bieten Wörterbücher nämlich durchaus weitere Möglichkeiten als Lernhilfe. Das Nachschlagen von Informationen zur Aussprache oder Schreibweise, zu Artikeln und Pluralformen bei Substantiven oder auch den Perfektformen bei Verben sind Anwendungsmöglichkeiten, die im Kurs trainiert werden können.

Für viele Teilnehmende ist der sachgemäße Umgang mit Wörterbüchern ungewohnt und die relevanten Abkürzungen unbekannt. Außerdem stehen leseschwache und lernungewohnte Kursteilnehmende vor einer Riesenherausforderung. Daher sollte der Umgang mit Wörterbüchern schrittweise schon auf Anfängerlevel – wie übrigens auch auf dem Alphabetisierungsniveau – trainiert werden.

Der Einstieg mit Bildwörterbüchern ist naheliegend und fällt leicht. Jeder Begriff ist genau einem Bild zugeordnet, was allerdings auch zu Fehlern führen kann, wenn mehrdeutige Wörter weiterhin mit nur einem bestimmten Bild verbunden werden. Die Arbeit mit Bildwörterbüchern sensibilisiert im Wesentlichen für die Themen Wortfelder, Wortfamilien und Ordnungssysteme und bereitet auf den Übergang zu zwei- und einsprachigen Wörterbüchern vor.

Zwei- wie auch einsprachige Wörterbücher sind bereits auf A1-Niveau einsetzbar, beispielsweise beim Thema Pluralformen. Hier kann man die Teilnehmenden mit den gängigen Kürzeln vertraut machen und beispielsweise die Pluralformen von Nomen zum Thema Lebensmittel selbstständig suchen lassen. Auch zum Thema Wortfamilien kann man die Nachschlagewerke bereits früh einsetzten, indem man z. B. zur Wortfamilie „kochen“, „lernen“ usw. weitere Wörter nachschlagen lässt.

Die Minimalvoraussetzung für den Einsatz von Wörterbüchern ist das Beherrschen des Alphabets sowie –  nach und nach – der Lautschrift. Das kann wie nebenbei im Kurs geschehen, indem man immer wieder unbekannte Wörter nachschlagen lässt und die korrekte Aussprache anhand der Lautschrift trainiert. Auch die gängigen Abkürzungen können auf diese Weise themenbezogen erschlossen werden (Beispiel Pluralformen).

Um beim Leseverstehen nicht abhängig vom Gebrauch des Wörterbuches zu werden, ist es unabdingbar, die Entschlüsselungsstrategien zum Erschließen von Texten zu trainieren.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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