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März 2019

Dramapädagogik im Integrationskurs

Der Mensch ist nur ganz Mensch, da wo er spielt. (Friedrich Schiller)

Wenn wir von Dramapädagogik sprechen, wird Drama nicht als literarisches Genre oder als Kunstform des Theaters verstanden, sondern in seiner aus dem Griechischen abgeleiteten Bedeutung des Handelns. Im Zentrum der Dramapädagogik steht experimentierendes, sprachliches Handeln, in das ebenso Elemente des kooperativen Lernens eingeflochten sind.

Es geht vor allem darum, eine emotionale Verbindung zum Lernstoff herzustellen. Demnach sind sinnliche Eindrücke ein wichtiges Element, aber auch die Interkation der Lernenden untereinander. Sie können dabei eigene Strategien entwickeln und lernen gleichzeitig, besser mit Fehlern umzugehen. Wichtige Elemente der dramapädagogischen Arbeit sind die körperliche Beteiligung und das Spiel mit der Vorstellungskraft.

Das allerdings ist nicht jedem Teilnehmenden im Integrationskurs einleuchtend. Spielerisches Lernen erscheint vielen zu kindlich und sie zweifeln den Lerneffekt an. Darum funktioniert die dramapädagogische Arbeit auch nur in vertrauensvoller Umgebung. Es ist wichtig, für die Lernenden einen sicheren Rahmen zu schaffen. Nur wenn sich die Gruppe wohlfühlt, ist sie bereit, auch ungewohnte Situationen auszuprobieren. Bereits in diesem Prozess der Gruppenfindung kann übrigens mit dramapädagogischen Elementen gearbeitet werden, sodass sich die Lernenden von Anfang an schrittweise daran gewöhnen.

Für Fremdsprachenlernende ist die größte Hürde die noch eingeschränkte Sprachkenntnis. Das Schöne ist, dass gerade an dieser Stelle die Dramapädagogik ansetzt. Der Einsatz von Körpersprache und Requisiten, also Realien, helfen, Sprechhemmungen abzubauen und unterstützen dabei, einfach mal etwas auszuprobieren. Das Selbstbewusstsein und auch die Motivation der Lernenden können dadurch gesteigert werden.

Ganz wichtig ist, dass innerhalb des Spiels nicht korrigiert wird. Die dramatische Realität soll nicht zerstört werden. Es steht eben nicht die Sprachrichtigkeit im Zentrum, sondern die Förderung der kommunikativen Kompetenz.

Neben der grundsätzlichen Förderung der mündlichen Kommunikation, kann die Dramapädagogik aber auch zur Erweiterung des Wortschatzes eingesetzt werden. Ebenso bietet sie für den niedrigschwelligen DaZ-Unterricht Übungsformen an, die die Konzentrationsfähigkeit steigern und die Wahrnehmung trainieren. Insgesamt können Berührungsängste mit der Fremdsprache abgebaut und so das Selbstbewusstsein der Lernenden gestärkt werden.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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