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Juni 2019

Die Unterrichtsbeobachtung

Wo lernen Kursleiter? - Ein effektiver Weg ist die kollegiale Unterrichtsbeobachtung.

Unterrichtsbeobachtungen kennt man vor allem aus Prüfungssituationen oder Lehrproben. Für viele sind sie eher mit Ablehnung oder Ängsten belegt, da die Kritik oftmals gefürchtet wird. Dass in der Unterrichtsbeobachtung aber auch großes Potential für die eigene Entwicklung steckt, wird dabei aus den Augen verloren.

Als sehr effektiv haben die Beobachtungen sich in der Lehrer- und Kursleiterfortbildung erwiesen, wo sie zu ganz unterschiedlichen Zwecken durchgeführt werden können. Neben dem kollegialen Erfahrungsaustausch oder der Eigenkontrolle können Sie zum Beispiel auch dem Vorstellen neuer Lehrwerke oder Lehransätze dienen.

Um die Unterrichtsbeobachtung von vornherein positiv zu belegen, sind zwei wesentliche Faktoren zu beachten. Zum Ersten sollte die Zielsetzung und Absicht der Unterrichtsbeobachtung im Vorfeld geklärt werden, da die Beobachtungsintention von entscheidender Rolle ist. Es macht einen großen Unterschied aus, ob die Beobachtung zum Zweck des kollegialen Erfahrungsaustauschs stattfindet, ob es ein Anschauungsunterricht sein soll, der der Fortbildung dient, ob der Kursleitende selbst ein Feedback und eine Eigenkontrolle wünscht oder ob der Unterricht, wie in Prüfungssituationen oder Lehrproben, eben bewertet und beurteilt werden soll. Es geht also grob unterteilt um zwei große Richtungen: Dient die Beobachtung dem Lernen oder dem Beurteilen?

Als zweite wesentliche Voraussetzung gilt es, sich die Techniken der Unterrichtsbeobachtung bewusst zu machen und anzueignen. Beobachtung ist immer subjektiv. Oftmals fließen vage Verallgemeinerungen und subjektive Urteile wie auch Vorurteile in die Auswertung hinein - und das sehr oft mit einer Tendenz, eher das Negative wahrzunehmen oder nach „Fehlern“ zu suchen. Um dieser Subjektivitätsfalle zu entkommen, ist viel Übung an der eigenen Wahrnehmung nötig. Die Frage: „Interpretiere und spekuliere ich gerade oder beschreibe ich das Geschehen neutral?“, kann dabei helfen.

Von elementarer Bedeutung ist aber vor allem die Grundhaltung, die die Beobachter in der Beobachtungssituation einnehmen. Diese sollte offen fragend sein. Das heißt, dass jeder mögliche Kritikpunkt nach der dahinter liegenden Frage untersucht werden muss. Wird zum Beispiel beobachtet, dass der Kursleitende Fehler der Lernenden nicht korrigiert, so kann es in der Auswertung heißen. „Mir ist aufgefallen, dass Sie die Fehler in der und der Übung nicht korrigiert haben. Mich interessiert, warum.“ Auf diese Weise wird Interesse und Diskussionsbereitschaft signalisiert. Es entsteht Raum, über Arbeitsweise, Ideen und Ansätze zu diskutieren.

Damit diese offen fragende Grundhaltung sich einstellt, hilft es tatsächlich neugierig zu sein, vor allem aber auch andere Wege als die eigenen zu akzeptieren. Denn, man kann es gar nicht oft genug sagen, es gibt kein Richtig oder Falsch. Richtig ist, was bei den Lernenden ankommt und sie weiterbringt.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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