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Juni 2018

Die richtige Stifthaltung

Lerner in Alphabetisierungskursen, die noch nie geschrieben haben, stehen bereits bei der richtigen Stifthaltung vor einer großen Herausforderung. 

Schreiben ist eine feinmotorische Höchstleistung. Neben einer gut ausgeprägten Handgeschicklichkeit benötigt es die gleichzeitige Verarbeitung von taktilen, visuellen, tiefensensiblen und Gleichgewichtsreizen.

Martin Lotze, Neurologe an der Universität Greifswald, hat in einer Studie herausgefunden, dass beim Schreiben nicht nur ein Hirnareal aktiv ist, sondern viele in einem komplexen Zusammenspiel: das für Motorik und Sensorik, das für Sprache sowie das für kreatives Denken. Außerdem das Areal für das Planen und Strukturieren, sowie das, das gedankliche Vorstellungen mit dem, was passiert, abgleicht. 

Um die erste Hürde, die richtige Stifthaltung zu meistern, müssen primäre Analphabeten angeleitet werden. Oftmals sieht man bei Lernenden im Alphabetisierungskurs Fehlhaltungen wie beispielsweise den sogenannten Pfötchengriff, bei dem der Stift mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger gleichzeitig gehalten wird. Auch im Krampfgriff, bei dem der Stift auf den Fingern liegt und mit dem Daumen geführt wird, ist nicht selten zu sehen.

In diesen Handstellungen zu schreiben, braucht sehr viel Kraft. Die Konsequenz ist das schnelle Ermüden bis hin zu Schmerzen im Hand-, Arm- und Schulterbereich. Außerdem leidet die Lesbarkeit und das Schreiben auf und innerhalb der Linien ist schwer einzuhalten. 

Es ist also durchaus wichtig, den 3-Punkt-Griff zu üben. Dabei greifen Daumen und Zeigefinger den Stift, dessen oberes Ende in der Mulde zwischen Daumen und Zeigefinger liegt. Das untere Ende liegt auf dem vorderen Glied des Mittelfingers. Mit Daumen und Zeigefinger wird der Stift also gehalten und geführt. Diese Haltung ist für die Hand am wenigstens anstrengend. Trotzdem tut sie beim Schreiben anfangs weh. Die Bewegungen sind neu und der Körper muss sich erst einmal daran gewöhnen.

Neben der Stifthaltung ist aber auch auf die gesamte Körperhaltung beim Schreiben aufmerksam zu machen. Unterarm und Handgelenk der Schreibhand liegen auf dem Tisch. Der Rücken ist gerade und der Oberkörper leicht vorgebeugt. Die Hand, die nicht zum Schreiben verwendet wird, hält das Schreibheft.

Um dem Ermüden vorzubeugen, aber auch um eine gute Handgeschicklichkeit zu entwickeln, sollten feinmotorische Aktivitäten im Kurs stattfinden. Dazu bieten sich Fingergymnastik an, aber auch der Umgang mit einer Schere, etwas basteln, Fäden knoten oder Kartenspiele. 

Eine ganz einfache Übung, die gleich mit dem Stift durchgeführt werden kann, ist das Stiftwandern. Dabei umfassen die Finger den Stift und die Teilnehmenden versuchen nun vom oberen Ende des Stiftes nach unten zu wandern und umgekehrt. Die zweite Hand darf dabei nicht zur Hilfe genommen werden.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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