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April 2020

Die Moderation als Unterrichtsmethode

Kursleitende als Moderatoren – Das geht im Präsenzunterricht und online

Schon seit den 1970iger Jahren wird in Planungs- und Entscheidungsprozessen in Unternehmen erfolgreich die Moderation dieser Prozesse eingesetzt, um gemeinsame Entscheidungsfindungen zu unterstützen, die alle Mitglieder des Teams mittragen.

Die in solchen Moderationen eingesetzten Methoden ermöglichen, dass alle Teilnehmenden aktiviert werden und sich einbringen. Der Beitrag jedes Einzelnen ist gefragt. Man arbeitet zusammen, löst Probleme und die Gruppe wird gestärkt. Das alles sind Kriterien, die unbedingt dafür sprechen, die Moderation auch für die Arbeit mit Erwachsene, die sich in einem gemeinsamen Lernprozess befinden, zu nutzen. Im Selbstbild vieler Kursleitender in Deutschkursen ist die Rolle des Moderators bereits selbstverständlich.

Bei der Moderation gibt verschiedene Herangehensweisen, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Ziel und der Fragestellung umgesetzt werden können. Gern genommen wird die Arbeit mit einer Pinwand, Karten und Nadeln. Aus Weiterbildungen und Qualifizierungen kennen die meisten auch den so genannten Moderationskoffer, der genau das passende Werkzeug für diese Methode enthält.

Die Arbeit mit der Pinwand eignet sich hervorragend, um in der Gruppe Ideen zu produzieren, zu sammeln, zu visualisieren, zu ordnen, zu bewerten und letztendlich auch, um etwas zu entscheiden.

Bewährt haben sich dabei Moderationskarten in verschiedenen, nicht zu grellen Farben (Lesbarkeit!) und in verschiedenen Formen. So kann zum Strukturieren und Gewichten von Ideen und Vorschlägen eine Wolke die Hauptüberschrift oder eigentliche Fragestellung enthalten, während ovale Kärtchen Stichworte oder Ergänzungen beinhalten. Kreise eignen sich u.a. für Nummerierungen. Gleiche Farben bedeuten gleiches Thema oder gleiche Ideen. Mit jedem Farbwechsel der Moderationskarten wird auch ein Wechsel in der Bedeutung, also der Zuordnung, visualisiert.

Im Sprachunterricht lässt sich das z.B. wunderbar zum Erarbeiten von Textzusammenhängen anwenden, selbstverständlich für die Wortschatzarbeit, aber auch für die Prüfungsvorbereitung unter thematischen Gesichtspunkten.

Auch in Online-Seminaren lässt sich das Arbeiten mit der Pinwand umsetzen. Allerdings ist die Pinwand hier virtuell und die Lernenden befinden sich nicht im selben Raum. Viele Anbieter von Online-learning-Plattformen bieten die
Werkzeuge, die man aus den traditionellen Workshops kennt, elektronisch an. Interaktionsformen wie Brainstorming oder Brainwriting, Kategorisierung durch Mind Mapping, Abstimmungen über Umfrage-Tools und Diskussionen in Chatfunktionen. Das alles lässt sich auch im virtuellen Raum durch den Kursleitenden moderieren.
Damit ist der Weg geöffnet auch im Online-Unterricht aufgabeorientiertes Arbeiten in Gruppen zu forcieren und die Lernenden auch im online-Unterricht aktiv einzubinden.

Unsere Blogautorin: Anke Kuhnecke

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